Serienreif

Serienreif

Der STANDARD-Podcast über Serien und alles, was dazugehört

Transkript

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00:00:06: Mozart spielte mehr als zehn Instrumente, Doris, wie viel kannst du?

00:00:09: Ich bin Virtus in der Fernbedingung.

00:00:26: Ich bin Michael Steingrober.

00:00:27: Ich bin Doris Priching, ihr hört Serienreif, den Podcast über die musikalische Welt der Serien.

00:00:34: Bei uns geht es heute um eine der absolut spannendsten Historien Serien dieses Jahres, sage ich ganz wertfrei.

00:00:41: Wir sprechen über Mozart Mozart.

00:00:43: Die Serie ist auf ORF on abrufbar und wir haben dazu heute einen ganz besonderen Gast.

00:00:49: Wir freuen uns sehr, sehr, sehr, also wirklich sehr, auf Verena Altenberger.

00:00:55: Hallo, liebe Verena.

00:00:56: Hallo.

00:00:56: Hallo, Marina, danke fürs Kommen.

00:00:58: Danke für die Einladung.

00:00:59: Erzähl

00:01:00: uns doch bitte mal kurz, worum geht's in Mozart Mozart?

00:01:03: Also, ich hab vorher schon gesagt, ihr habt's mir ja ein bisschen was voraus, weil ich hab's ja noch nicht gesehen.

00:01:09: Aber ich kenn die Drehwücher, insofern weiß ich, glaub ich, wovon ich rede.

00:01:13: Das ist voraus.

00:01:15: Was ich daran so gern mag, ist, dass wir einen Take auf die Geschichte bringen, der wahrscheinlich nicht so war, aber vielleicht genau doch genauso war.

00:01:24: Und zwar ist so die Grundprämisse... Mozart war vielleicht gar nicht das Genie, sondern seine Schwester.

00:01:30: Und die Serie stört quasi das Nannal Maria Anna Mozart ins Zentrum der Geschichte.

00:01:36: Und wilde Wüste, Kreaturen und Menschen rundherum und es ist sehr, sehr opulent erzählt, sehr dramatisch, aber auch fasenweise extrem witzig.

00:01:45: Also, ich hab grad das Gefühl, meine Rolle war eher Comedy eigentlich als sonst irgendwas.

00:01:50: Du spielst die Maria Tonette.

00:01:52: Ja!

00:01:53: Ja, also am Anfang, also die Drehbiche entwickeln sie sehr stark.

00:01:56: Also es ist so, also man lernt alle Charaktere kennen in den ersten drei bis vier Folgen und denkt sie irgendwann spätestens in der vierten Folge hat man sich ein Bild gemacht über die Charaktere und in der fünften und sechsten Folge wird das alles zerstört und alles ist natürlich ganz anders und die eigenen... Schubladen werden hinterfragt und so.

00:02:13: Und also mein erster Gedanke, wie die Drehbücher gelesen haben, chronologisch natürlich, war eine sexsüchtige Marion.

00:02:20: Die will ich spielen.

00:02:22: Die muss ich spielen.

00:02:23: Ich meine, es klingt nach so viel Spaß.

00:02:26: Ich darf dazu sagen, das Drehbuch haben Andreas Gutzeit und Svante Oppermann geschrieben.

00:02:32: Regie hat Clara Soe Mylin von Arnim geführt.

00:02:36: Die Hauptrollen spielen sehr beeindruckend Havana Choi und Aaron M. Gewercin.

00:02:41: Als Leopold Mozart sehen wir Peter Kurt.

00:02:45: Kaiser Josef II.

00:02:46: spielt Philipp Hochmeier.

00:02:48: Und du, Verena, haben wir schon gesagt, Marie-Antonette, wie bist du denn zu dieser Rolle gekommen?

00:02:52: Sie hat mich gefunden.

00:02:54: Also das ist wirklich eine von den Rollen, die irgendwie zum richtigen Zeit kommen.

00:02:59: Also November, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, sind diese Drehbücher da in meinem Posteingang geflattert.

00:03:18: Und dann habe ich die wirklich in einem Rutsch durchgelesen und habe mir gedacht, ja, das ist genau diese, also immer wirklich nach, mein Gott, die holt mich jetzt raus aus dem, aus diesem ganzen Drama.

00:03:27: Das ist natürlich meistens gespielt, aber es sieht dann irgendwie manchmal doch so drüberlegt über an.

00:03:32: Und ich habe schon so lange keine Comedy mehr gemacht.

00:03:34: Und es war klar, dass eben fünf Monate in Rieger gedreht wird.

00:03:38: Und ich war so, okay, bitte, also, mir ist eigentlich alles Wurstribbis machen.

00:03:44: Wir sehen Maria Anna Mozart als wichtige Förderin, Lehrerin, Mentorin, heute würde man vielleicht sagen Managerin, aber auch als Genie, welche Rolle spielten denn generell die historischen Recherchen für diese Serie?

00:03:56: Also das müssen wir jetzt natürlich vor allem den Andreas Gutzeiter noch genauer fragen.

00:04:01: Aber ich habe so das Gefühl gehabt, und das ist das, was mir auch so taug daran ist, es gibt so diese Ankerpunkte, die stimmen.

00:04:08: Und der Rest ist einfach wahnsinnig ein freier Umgang mit der Geschichte.

00:04:12: Wie du auch schon die sechstüchtige Marie-Antoinette ins Spiel gebracht hast,

00:04:15: vor allem.

00:04:16: Wir wissen es nicht.

00:04:18: Stimmt, ja.

00:04:19: Und eben, wie gesagt, warten Sie bitte bis Folge fünf.

00:04:23: Alles klar.

00:04:24: Aha.

00:04:25: Okay, da warten wir etwas sehr gespannt darauf.

00:04:28: Man muss dazu sagen, zum Zeit der Aufnahme dieses Podcasts waren zwei Folgen zur Verfügung.

00:04:34: Genau.

00:04:35: Wir

00:04:35: waren nicht zu lasch oder zu ...

00:04:38: Ohne

00:04:38: interessiert.

00:04:40: Wir

00:04:41: sind eingeschlafen.

00:04:42: Kurzer Hinweis auf unsere legendäre Einschlaffolge.

00:04:45: Ja,

00:04:46: Serien zum Einschlafen, liebe Hörerinnen und Hörer.

00:04:48: Aber auffallend ist, dass es eben eine große künstlerische Freiheit gibt in der Interpretation.

00:04:54: Es hat sich so nicht zugetragen, die Maria Anna wird zum Mozart nicht gesagt haben, hauen wir ab.

00:04:58: Der Mozart wird wahrscheinlich keine Sonnenbräden getragen haben und sie hat sich wohl auch nicht als ihrem Bruder verkleidet, um vor dem Kaiser zu spielen.

00:05:07: Ein bisschen hat man schon das Gefühl, dass es eine solche Serie nicht gegeben hätte, wenn es nicht eine andere Serie gegeben hätte, die mit diesem Thema und mit dieser Freiheit spielt, nämlich Bridgerton.

00:05:22: Wie viel Bridgeten steckt in Mozart Mozart?

00:05:25: Ich

00:05:25: hab Bridgeten nicht gesehen, aber ich kenne natürlich die Grundprämissen, die man eben Bridgeten zuordnet und so und ein, zwei Diskussionen rund um die Serie.

00:05:33: Ich finde interessant, also jetzt als Nicht-gesehenhabende, glaube ich, unterschreibe trotzdem, was du jetzt gesagt hast, dass die vorgelegt hat für andere Serien.

00:05:40: Was habt ihr am Set darüber gesprochen?

00:05:43: Wie habt ihr darüber geredet, dass ihr jetzt eben halt so eine neue Erfindung mehr oder weniger dieser Zeit, aber auch der Personen grad macht?

00:05:51: Also ... Ich glaube im Grunde genommen, es wird bei jedem ein bisschen individuell gewesen sein, aber bei mir kann ich sagen, war es so, dass die historische Vorbereitung sehr akkurat war, also Biografie von Marie-Antoinette studiert.

00:06:04: Wir haben allgemein Unterricht gehabt in höfischen Tänzen und wer knickst, wann und wie tief und so.

00:06:10: Also das ist alles sehr ernst genommen worden.

00:06:12: und aber zum Beispiel die Kostüme sind wahnsinnig historisch korrekt.

00:06:17: Ich sag jetzt mal zu neunzig Prozent historisch überkorrekt.

00:06:19: und dann kommt diese zehn Prozent, macht's was willst.

00:06:23: Und beim Spielen war's eben so die Vorbereitung extrem akkurat historisch genau.

00:06:28: Und am Set ist dann immer eben die Clara gekommen und hat gesagt, vergetet, mach was du willst.

00:06:34: Also ob du da jetzt so knickst oder so, was fühlt sich richtig an im Moment?

00:06:38: Über Marie Antoinette kann man sagen, die ist neben Eva die eben most hated oder geschützt dormte Frauenfigur der Historie.

00:06:45: Ja, was waren deine Überlegungen um dieses Bild vielleicht ein bisschen gerade zurück?

00:06:50: Was mich interessiert hat, also es waren eben, ohne jetzt zu spoilern, in den Drehbüchern schon wirklich eine große dramatische Geschichte innerhalb dieser Frauenfigur angelegt, die mich sehr gereizt hat.

00:07:00: Und drum herum, also spätestens nach dem Lesen der zweiten Biografie, habe ich mir gedacht, also ich glaube, es war eine sehr, sehr intelligente Frau.

00:07:09: Immer, dass die verwöhnt war, ist eh klar, aber wer so aufwachsen zu der Zeit, wie so der nicht ein bisschen Out of touch und verwöhnt sein.

00:07:17: Aber ich hab das Gefühl, was ich eben rausgelesen hab, ist, die hat überhaupt keine Berührungsängste mit anderen Klassen, mit anderen Schichten gehabt.

00:07:25: Also die war eigentlich eine sehr entspannte Royal.

00:07:28: Hat sehr gut mit Geld umgehen können, hat ihr eigenes Privatvermögen großteils vererbt vom Vater, der wiederum schon sehr gut in Wirtschaften hat, kennen mit Privatvermögen sehr gut verwaltet, klug verwaltet, hat eben wirklich ehrlich Kunst gefördert, hat auch immer wieder Partys oder Empfänger geben, wo wirklich viele unterschiedliche Menschen geladen waren.

00:07:50: Hat zum Beispiel auch keine Berührungsängste mit Drogensüchtigen gehabt, obwohl sie selber, das wird auch manchmal gesagt, dass sie ja selber auch dann irgendwie das und das kann man halt, das glaube ich eigentlich nicht, das liest man halt so nicht raus.

00:07:59: Aber also die hat so wenig Berührungsängste mit dem Leben gehabt.

00:08:02: Die war gescheit, lebenslustig, ohne Berührungsängste und irgendwie klug.

00:08:07: und auch politisch gibt es immer wieder so Sachen.

00:08:10: die man daraus liest, die eigentlich als klug zu interpretieren sind und gar nicht als verschwenderisch oder so.

00:08:16: Also, auch zum Beispiel, es ist belegt, dass sie immer wieder nicht wollte, dass zu große Feste fürs Volk gegeben werden.

00:08:24: Und jetzt kann man sich denken, aha, die will alles für sich behalten und sie selber hat die opulenten Feste.

00:08:28: Jetzt muss man aber wissen, ihre Verlobungsfeier da waren sie.

00:08:33: In Frankreich war ein riesiges Volksfest, wo viele Menschen gestorben sind, weil die sich einfach niedergetrampelt haben.

00:08:39: Das heißt, die haben einfach eine super frühe Traumatisierung in Bezug auf Volksfeste unter Anführungszeichen.

00:08:45: Und dass Dieter uns sagt, ich mache das nicht mehr, ist auch so klar.

00:08:48: Also ich finde es wirklich eine ganz interessante, stellenweise sehr gut nachvollziehbare Frauenfigur.

00:08:54: Ich

00:08:54: liebe den ersten Auftritt.

00:08:56: Also Ihren ersten Auftritt.

00:08:58: Surprise.

00:08:58: Muffrer.

00:08:59: Du hast es richtig krachen lassen.

00:09:01: Alles aus dir schreit.

00:09:02: Ich pass mich nicht an.

00:09:04: Ging es irgendwie darum, ein bisschen bei dir bei der Interpretation dieses Unangepasst sein?

00:09:10: Ich glaube, das habe ich vor allem der Klarer zu verdanken, also der Inszenierung.

00:09:13: Also ich kann mich noch erinnern an den ersten Predakt.

00:09:15: Das war... Also mein erster Drehtag war eines von den Banketten mit meinem Bruder, wo quasi er am einen Tischende ihrem anderen sitzen und diese riesige Distanz dazwischen ist und man trotzdem irgendwie... Und ich hab mich natürlich eben am Anfang halt normal hinsetzt an dieses Tischende.

00:09:32: und die Clara ist eigentlich, überhaupt bevor wir den ersten Tag erst begonnen haben, ist sie schon sieben Mal zu mir gekommen und hat gesagt, bequemer, bequemer, bequemer und irgendwann am Ende bin ich da... Gelömmelt in dem Sesseln hab ich so ein Perlenkett im Mund gehabt, ich hab da herum kaut drauf und so.

00:09:45: und dann war sie.

00:09:45: und jetzt und bitte.

00:09:47: Also die hat man vor am ersten Tag, am ersten Drehtag eigentlich schon die ganze Freiheit gegeben, mich so zu verhalten, wie es für mich in dem Moment bequem ist.

00:09:55: Also für mich, Marion Tarnett in dem Moment natürlich.

00:09:58: Und dadurch glaube ich ist dieses Unangepasste so automatisch reingekommen.

00:10:02: was ich ihr dann auch noch zu verdanken habe in der Inszenierung, ist die keine Angst vor zu groß.

00:10:08: Also da gibt es zum Beispiel eine Szene, da steht halt im Drehbuch, Marie Antoinette wacht auf.

00:10:13: So, ist ein Satz, dauert trotzdem lange, bis man das dreht, weil immer so einleuchten, einrichten, sind trotzdem zwei, drei Takes aus jeder Richtung, also so ein anständiges Szene auch, wenn es nur ein Satz ist.

00:10:23: Und ja, da kommt man halt jetzt drehen, ah, sie schlägt die Augen auf, reibt sich vielleicht die Augen, setzt sie auf, was auch immer.

00:10:30: Und draus worden ist quasi meine Gräfin von Greiner, also meine beste Freundin und aber auch irgendwie Angestellte sozusagen, macht die Vorhängen auf und ich setze mich in einer Windeseile auf und mach wie so ein Vampir so und hab dann so ein bisschen Saber am Mund hängen.

00:10:47: Also es ist alles so groß und so wühlt worden und aber hat hoffe trotzdem immer diesen Anker in dem eigentlichen Schmerz den die Figur mit sich

00:10:56: tragt.

00:10:57: Du hast gesagt, die Clara hat sehr viel eingebracht in diese Rolle.

00:11:00: Was hast du für Ideen oder Impulse oder sonst was mitgebracht?

00:11:05: Die Vampir-Aufwachs-Situation.

00:11:07: Es ist natürlich immer so eine Mischung, dass sie sagt, mach was Verrücktes.

00:11:11: Dann macht man das halt.

00:11:12: Ah, es gibt zum Beispiel ... Oh Gott, das ist fast zu blöd.

00:11:15: Nein, es gibt nicht

00:11:16: so blöd.

00:11:18: Zu blöd sind Vögseln, so unsere Einstiegsmitter, aber nie Meisters, was unsere Gäste sagen.

00:11:23: Ah, das ist auch schon wurscht.

00:11:26: Ihr kennst doch das so.

00:11:27: Muskelmänner aus dem Fitnessstudio, die so einzeln mit ihren Brustmuskeln

00:11:31: sitzen können.

00:11:32: Ich kann

00:11:33: das auch.

00:11:34: Super.

00:11:36: Das schaut

00:11:36: halt für mich ein bisschen anders aus.

00:11:39: Und sie

00:11:39: hat gesagt, okay, es gibt zum Beispiel eine Szene, das so im Mozart verführen.

00:11:44: Dann haben wir doch noch gut.

00:11:46: Lass was springen.

00:11:49: Und der Ehren hat natürlich auch nicht gewusst, was sie machen.

00:11:53: Großartig.

00:11:53: Und

00:11:54: so entstehen dann ganz

00:11:55: lustige Szenen.

00:11:56: Weil er muss sich ja nicht mehr halten haben können oder wer das gesehen hat.

00:12:00: Das war

00:12:00: sehr schwer für ihn.

00:12:02: Und wie oft habt ihr das gedreht?

00:12:04: Aber man dreht das relativ oft alles.

00:12:07: Aber du kannst es auf Kommando.

00:12:08: Naja,

00:12:09: also Muskel.

00:12:11: Ich versuche es gerade auch.

00:12:13: Es gelingt mir nicht.

00:12:15: Also ich kann

00:12:15: es auch nicht.

00:12:16: Ich sehe auch noch nichts.

00:12:17: Und ich freue mich, dass wir kein visuelles Medium sind.

00:12:22: Also zumindest was uns betrifft.

00:12:25: Ja, interessant.

00:12:26: Okay, also das waren sozusagen deine kreativen Impulse.

00:12:30: Ja, es geht vielleicht ein bisschen darüber hinaus.

00:12:33: Also es ist so schwer zu sagen, was dann wirklich genau von einem kommt.

00:12:37: Es ist glaube ich schon, ich glaube, was diese Marie Antoinette in Mozart Mozart mir schon zu verdanken hat, ist glaube ich diese Haltung von.

00:12:45: die war nicht dumm.

00:12:46: Die war nicht dumm und verwöhnt, sondern die war sehr klug und verwöhnt.

00:12:49: Und nämlich auch dieses, also ich glaube, von der Grundanlage hätte man sie auch so spielen können, rein von dem her, wie es am Anfang, ganz am Anfang geschrieben war, dass sie mehr so abgehoben ist und eben zum Beispiel jetzt nicht sie mit dem Koch unterhalten würde oder so.

00:13:02: Und da habe ich gesagt, ich glaube, das stimmt nicht.

00:13:04: Ich glaube, die war wirklich genau anders.

00:13:06: Wo andere nämlich, also auch so der Kaiser so dauernd haben, als würden sie wirklich die Kunst fördern, aber in Wirklichkeit eben dann doch nicht so ganz da hingangen sein, wo es weh tut, wo es interessant ist.

00:13:17: hat sie das eben schon gemacht.

00:13:18: Und das war, glaube ich, schon von der Haltung und von der Grundausrichtung.

00:13:21: Und dann spielte sie natürlich in manchen Texteinerungen und so.

00:13:24: Das ist, glaube ich, schon ein Großteil von mir.

00:13:27: Du hast uns jetzt ein recht positives Bild gezeichnet auf Grundacht einer Recherche.

00:13:31: Aber warum kommt Marie Antoinette so schlecht weg in der Geschichte?

00:13:34: Weil auch dieser Satz mit dem Kuchen, das soll sie ja gar nicht gesagt haben, oder?

00:13:38: Ja, also ich glaube, das ist wie so grüne Geschichtsschreibung, die wir ganz oft haben.

00:13:44: Also ich glaube, es ist zum Teil das.

00:13:46: Das hätte ich mir vorbereiten können.

00:13:48: Da gibt es sehr interessante Texte.

00:13:50: Wenn man es googlet, findet man es über, warum die eigentlich zur Most hated woman geworden ist.

00:13:56: Dann hat das natürlich auch so was mit diesem Prinzip Bauernopfer zu tun.

00:13:59: Also wir müssen irgendwelchen blöd hinstellen.

00:14:01: Dann nehmen wir die Frau, nur zur Ausländerin, die eh nie so ganz perfekt Französin worden ist.

00:14:07: Lothricienne war ja die Spitzname.

00:14:11: Die Österreicherin.

00:14:12: Ich glaube, es hat was Misogynes und teilweise eben auch, sie war das einfachste Opfer.

00:14:18: Also gerade nämlich eine Frau, die eine gewisse Größe hat und dadurch eine gewisse Bedrohlichkeit kann man umso besser abmontieren, demontieren und zum Sündenbock machen.

00:14:28: Ich finde ja die Neuschreibung von historischen Figuren absolut interessant und faszinierend.

00:14:33: Das passiert ja gerade im Moment ein bisschen.

00:14:36: Also sicher einer der spannendsten Brands, finde ich in Serien, aber auch in Filmen.

00:14:40: Kursage ging ein bisschen so in diese Richtung.

00:14:42: Aber auch The Favourite, ganz stark.

00:14:44: Oder mit Saoirse Ronan, die Mary Stewart.

00:14:49: Also ganz tolle Filme, die etwas gerade rücken.

00:14:52: Glaubst du, können diese gerade Rückungen etwas bewirken?

00:14:57: Das

00:14:57: glaube ich auf jeden Fall.

00:14:58: Anderes Beispiel dazu.

00:14:59: Ich habe vor zwei Jahren ein Film dreht, der heißt Bach.

00:15:02: Ein Weihnachtswunder, das war ein Weihnachtsfilm über Johann Sebastian Bach und seine Familie.

00:15:07: Und Anna Magdalena Bach war ja zu ihren Lebzeiten wirklich der Superstar.

00:15:11: Und gar nicht, also man kann sich vorstellen, wenn die mit dem Marktplatz gingen, dann haben die Leute ihr so kurz zugenickt und nicht ihm.

00:15:17: Er war halt, ja, der Kantor, aber jetzt nicht der Star.

00:15:22: Sie war die Star-Sopranistin, die Sachen gleistet hat, die unvergleichbar waren zu ihrer Zeit.

00:15:26: Sie hörte an Großteil des Haushaltseinkommens herangeschafft.

00:15:29: Und so, also sie war wirklich der Star.

00:15:32: Und zu dem Film habe ich sehr viel historische Recherche, auch mit sehr viel Unterstützung von einer Produktionsfirma damals gemacht, habe sehr viel einbringen dürfen in das Drehbuch, das ich zum sehr frühen Zeitpunkt schon gehabt habe.

00:15:42: Und da ist mir dann zurückgemeldet worden, dass nach der Ausstrahlung die Wikipedia-Seite von Anna-Marc Delena Bach irgendwie am ersten Tag dreihunderttausend mehr Aufrufe gehabt hat.

00:15:52: Und wenn ich mir denke, okay, da sitzen am nächsten Tag, ich weiß nicht, wieviel, hunderte Tausende Leid und googlen diese Frau.

00:15:59: und lesen sich ein, in wer das eigentlich war, dann habe ich schon viel erreicht im Sinne von, das war mehr als die Frau von.

00:16:06: Super.

00:16:06: Und das macht ein Film dann.

00:16:08: Ja, den Film kann man sich auch, oder muss man sich auch anschauen.

00:16:11: David Streisow spielt den Tag, oder?

00:16:13: Genau.

00:16:14: Ganz beeindruckend auch, ja.

00:16:15: Was macht Mozart Mozart so zeitgemäß für uns jetzt?

00:16:21: Boah.

00:16:22: Fände ich ehrlich gesagt interessanter, das von euch zu hören, weil es sowieso immer schwierig findet als Schauspielerin.

00:16:29: Also, ich gehe ungern mit vorgeprägten Haltungen zum Ergebnis in meiner Arbeit.

00:16:33: Und eigentlich ist es ja sowas.

00:16:35: Also, das fällt für mich in eine ähnliche Kategorie wie, was sollen wir daraus mitnehmen oder so.

00:16:40: Das möchte ich eigentlich gar nicht beantworten.

00:16:43: Nein, gar nicht was würde ich, sondern weil ich das mir wirklich nicht überlege vorher.

00:16:47: Und zweitens, ich ja immer nur über mich reden könnte in dem Moment, was ich in anderen Themen sehr gern tue.

00:16:54: War da nicht.

00:16:55: Also wirklich eine Schwierigkeit,

00:16:57: blöde Frage.

00:16:58: Na, weil es so individuell ist.

00:17:00: Wem ist die blöde Frage eingefragt?

00:17:02: Und sicher nicht.

00:17:03: Und sicher nicht.

00:17:05: Nein, also das Zeitgemäße ist natürlich eben das Misogüne.

00:17:08: Das würde ich jetzt mal sagen, drängt sich für mich als ganz erstes auf.

00:17:13: Das andere ist tatsächlich auch, wo man sagt, die Karriere verläuft von Frauen heute immer noch anders als die von Männern.

00:17:22: Das war immer schon so, ist aber heute auch noch immer ein bisschen.

00:17:26: Also es ist schon diese Gender-Thematik, die sich da in mir öffnet.

00:17:30: Aber auch so was wie geschwisterliche Verbundenheit irgendwo auch, oder das ist doch auch das Nette, was darin vorkommt.

00:17:40: Ich meine, ich hätte was Filmpolitisches, was ich finde, so ein bisschen Sign of the Times ist.

00:17:45: Wie gesagt, wir haben fünf Monate in Lettland gedreht, beziehungsweise ein bisschen in Litauen.

00:17:49: Und das spielt in der Hofburg.

00:17:51: Warum dreht man so was nicht in Österreich?

00:17:54: Weil wir keine Filmförderung mehr haben.

00:17:55: Ja,

00:17:56: weil es in Österreich keine Filmförderung gibt.

00:17:59: Wie geht es im österreichischen Film?

00:18:00: Wenn man dich jetzt sieht und deinen Drehkalender würde man ja sagen, es geht ihm hervorragend.

00:18:05: Ich glaube, es war bei Corona auch schon so ähnlich, die Schere geht auseinander.

00:18:09: Also es gibt ein paar, die erwischt sehr spät oder sehr wenig.

00:18:13: Ich muss auch sagen, ich habe dieses Jahr zum Glück auch immer noch wahnsinnig viel dreht, aber auch für meine Verhältnisse deutlich weniger.

00:18:21: Dann merke ich es natürlich auch zum Beispiel an jedes Projekt, hat ein bisschen weniger Drehtage, als es nur für zwei, drei Jahre gewesen wäre.

00:18:29: Also natürlich merke ich das auch.

00:18:30: Aber ist das nicht ein Trend, der allgemein so ist, also der Wurschtubsitz-Filmförderung gibt oder nicht?

00:18:36: Ganz bestimmt ist Sporen ein Trend und macht ja auch zum Teil Sinn immer.

00:18:40: Ich finde, es ist... Ein gefährliches Thema, weil gerade wenn wir jetzt zum Beispiel über Machtmissbrauch oder so sprechen, dann ist der Faktor Zeit Druckstress ein sehr großer, der entsprechende Situationen ermöglicht.

00:18:53: Also großes großes Thema.

00:18:54: Es ist einfach mal ganz ein Thema, das ich mir ein bisschen aufregt.

00:18:58: Das ist raus.

00:18:59: Also wir haben mit dieser fantastischen Filmförderung, die wir gehabt haben, die viele Jahre entwickelt worden ist und dann von der letzten Regierung umgesetzt worden ist.

00:19:07: haben wir in den letzten eineinhalb Jahren dreihundertfünfzig Millionen Euro Wertschöpfung in Österreich generiert.

00:19:13: Jeder investierte Euro ist dreifach zurückgekommen.

00:19:15: Das heißt, das zu streichen mit dem Prinzip, wir sanieren den Staatshaushalt, ist wie wenn man es ins eigene Knie schiürst.

00:19:22: Es macht keinen Sinn.

00:19:24: Und es ist auch in Österreich, wir haben eine Filmbranche, wo nicht die Frage ist, ob es ein Produzent war oder ein Branche, sondern wo die Frage ist, Gibt's Ausbildungsplätze?

00:19:32: Braindrain, also gängern Talente woanders hin oder mörden sie Zehntausend Leute arbeitslos?

00:19:36: Also es ist weder ein Nischenproblem, noch ist es irgendwie schischierender, abgehobenen Kunst, sondern wir reden einfach von Zehntausenden Arbeitsplätzen und die negativsten Prognosen sorgen, Ende sechsundzwanzig gibt's fünfzig Prozent der Produktionsfirmen nicht mehr und mehr arbeitslose als es Angestellte in Supermärkten gibt.

00:19:53: Also das ist kein Nischenproblem und jeder arbeitslose belastet den Staatshaushalt.

00:19:57: Also warum man da einer Branche, die wirklich ein Wirtschaftsmotor ist, den Geld haben, zudreht.

00:20:03: Und jetzt sagen alle, ja aber wenn ihr so toll seid, warum braucht es dann überhaupt ein Geld?

00:20:06: Es ist eben so von unserem Fördersystem, von dem wie Filme, also fast überall in der Europäischen Union entstehen im Vergleich zum Beispiel zu den USA, wir brauchen Stadthilfe und bringen dann Geld.

00:20:16: Es ist eben bei uns, weil wir jetzt nicht den Produzentengrößers haben, der sagt, hier sind fünf Millionen, die habe ich rumliegen, dreht einen Film und dann schauen wir, was da herauskommt, sondern... Bei uns sind ProduzentInnen vor allem Geldumverteilerinnen.

00:20:28: Also man kriegt eine Förderung, kann einen Film drehen, schafft dadurch Arbeitsplätze, generiert Steuern, Gemeindeabgaben usw.

00:20:37: usw.

00:20:37: Mal noch gar nicht zu reden von einem Tourismusmehrwert und so den Filmen bringen, der unschätzbar ist für Österreich.

00:20:44: Also ich meine, komm aus Salzburg.

00:20:45: Wir leben von Sound of Music.

00:20:46: Das ist ein Film, der ein paar Jahrzehnte her ist.

00:20:49: Deswegen brauchen wir Stadthilfe und bringen dann Geld zurück.

00:20:52: Du bist ja gleichzeitig auch die Präsidentin der Akademie des österreichischen Films.

00:20:56: Gibt es da einen Austausch mit der Politik, mit Politikerinnen?

00:21:00: Ja,

00:21:00: es gibt natürlich viel Austausch.

00:21:02: Hat es immer gegeben, gibt es immer.

00:21:04: Es ist natürlich dann, da muss man sich an der eigenen Nase fassen als Filmwirtschaft.

00:21:08: Es ist eine sehr zerspreußelte Wirtschaft.

00:21:12: Also wir haben einfach sehr viele Verbände, sehr viele Interessensvertretungen.

00:21:15: Die ist zum Teil... In letzter Zeit immer besser, weil heute auch wirklich das Dach brennt.

00:21:21: Aber vielleicht zu lange nicht.

00:21:23: schon oft haben mit einer starken gemeinsamen Stimme zu sprechen.

00:21:26: Mal schauen.

00:21:27: Mein bringender Wunsch ist wirklich an die Politik dran zu bleiben, Streamingabgabe zum Beispiel massiv zu forcieren, die ungefähr vierzig Millionen Euro für den österreichischen Film bringen könnte, die man niemandem wegnimmt, außer... drei internationalen Riesenkonzernen, die zu Recht einfach auch dort investieren sollen, wo sie den Mehrwert generieren.

00:21:47: Und ansonsten, ja, wirklich mein bringender Wunsch, einfach, wir haben so eine fantastische Weltmarke österreichischer Film.

00:21:55: Wir sind immer erfolgreich auf den Festivals, auf den großen A-Festivals, nennt man diese wirklich großen Festivals, kann Sundance, dann natürlich auch den Oscar.

00:22:03: Wir sind immer erfolgreich.

00:22:05: Überall auf der Welt schlägen sie alle zehn Finger nach dieser Marke österreichischer Film ab.

00:22:10: Bitte nicht so vernachlässigen, als Kulturgut und als Wirtschaftsmotor.

00:22:14: Ich möchte noch auf was zu sprechen kommen, du hast vor allem Machtmissbrauch erwähnt, auch im Zuge dieser Einsparungen.

00:22:21: Also das heißt, mit Tour hat zwar vieles aufgebrochen, aber es ist nicht alles perfekt jetzt, oder wie sieht es auf der Ebene aus?

00:22:28: Nein, nein, eine noch größere Frage.

00:22:32: Also natürlich dauert sowas einfach, nämlich auch gesellschaftlich.

00:22:36: Das ist jetzt nicht nur ein Branchenproblem, sondern Das hat zum Beispiel auch viel nach wie vor mit Medien über solche Fahrreifelle berichten zu tun.

00:22:45: Also ich kann mir vorstellen, dass es nach wie vor für Erlebende von sexualisierter Gewalt oder von Marktmissbrauch schwierig ist, darüber zu reden, weil... Da müssen wir wirklich als Gesellschaft überlegen, es immer noch ein erster Reflex unserer Gesellschaft und auch von Medien ist, zu sorgen, also unangenehm über das Opfer zu berichten quasi.

00:23:05: Manchmal habe ich das Gefühl, das ist jetzt ein sehr brachialer Ausdrucker, aber manchmal habe ich echt das Gefühl, dann wird es saudurchstorf getrieben.

00:23:10: Da wird dann irgendwie dieser tolle Satz... von Pelikot mit die Scham muss die Seite wechseln.

00:23:16: Das ist in Wirklichkeit ja noch nicht passiert.

00:23:18: Also da müssen wir wirklich als Gesellschaft noch so viel dran arbeiten.

00:23:21: Und ich glaube, dann wird es erst so viel einfacher werden, diese Vorfälle und diese Missstände und dieses zum Teil noch immer systemische Versagen zu benennen und aufzuarbeiten.

00:23:32: Aber das heißt, das ist noch immer am Set oder beim Filmen, dann irgendwie hat sich das Verhalten von manchen, die ihre Machtmissbrauchung nicht verändert, trotz der ganzen Aufmerksamkeit.

00:23:42: Ich bin sehr vorsichtig, wenn ihr über das redet, weil ich hab in meiner jungen Karriere vieles miterlebt.

00:23:49: Ich kenn auch keine Kollegin, die sagt, mir ist überhaupt noch nie irgendwas passiert.

00:23:55: Also, dass das einfach existiert.

00:23:57: Und nochmal, ich glaube da, also, ich habe auch bevor ich Schauspielerin war, bin im Journalismus gearbeitet, da war ich auch in Redaktionen, wo ich das Gefühl gehabt habe,

00:24:05: dass die Filmbranche

00:24:06: jetzt wieder besser noch schlechter.

00:24:08: Und ich glaube, da gibt es, also ich glaube, es gibt genug Arbeitsfelder, wo das einfach nach wie vor ein Problem ist.

00:24:14: Das ist kein Branchenproblem der Filmbranche.

00:24:17: Natürlich hat ... ... hat ... ... hat ... ... hat ... ... hat ... ... hat ... ... hat ... ... hat ... ... hat ... ... hat ... ... hat ... Du stehst immer da und du kannst nur hoffen, dass der andere versteht, was du machst.

00:24:50: Und der kann dann aber immer noch sagen, ja, was ist in deinem Kopf?

00:24:52: und ich sehe es nicht.

00:24:53: Und du kannst sein, dass das einpützt.

00:24:55: Oder wenn du deine Sicht, dann ist es vielleicht weg.

00:24:56: Also deswegen ist es ganz wichtig, dass es diese Welle geben hat, dass es diesen Begriff jetzt gibt, dass es die Sprache darüber gibt.

00:25:03: Weil die Sprache ist das Erste, was uns hilft, einfach Dinge zu benennen.

00:25:06: Klar.

00:25:07: Und gleichzeitig wie gesagt, glaube ich, braucht es einfach noch eine Zeit.

00:25:10: Und ich bin einfach vorsichtig darüber zu reden.

00:25:12: Genau.

00:25:12: Jetzt komme ich wieder auf den Satz anfangen.

00:25:13: zurück in meine jungen Karriere, habe ich dafür erlebt.

00:25:15: Mittlerweile habe ich einen Status und quasi eine Hierarchie-Ebene erreicht, die mich schützt.

00:25:21: Und deswegen fände ich es jetzt ganz schwer, wenn ich jetzt da sitze und im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr.

00:25:44: Ich individuell finde die Situation und sie verbessert.

00:25:47: Aber ob das an der Gesamtsituation liegt, an der Verbesserung oder daran, dass man es bei mir niemand traut?

00:25:53: Ja, ist die andere Frage.

00:25:54: Aber hältst du es für möglich, dass sich für die neunzehnjährige nichts verbessert hat?

00:25:59: Wie gesagt, allein dadurch, dass es eine Sprache gibt jetzt dafür, dass es jetzt Begriffe gibt.

00:26:03: Ich glaube, allein das hat ein bisschen was verändert.

00:26:06: Ich glaube, dass Dieses viele drüber reden ist total schwierig.

00:26:10: Hat was von Nest beschmutzen und so weiter.

00:26:12: Hat ganz unangenehme Konotierungen.

00:26:15: Und gleichzeitig schult es unseren Blick.

00:26:17: Gleichzeitig hilft es, dass, wenn ich was wirkt am Set oder egal wäre, der beleuchtet, wer immer was wirkt, vielleicht hingeht und eingreift oder auch am Ende vom Drehdruck einfach sagt, hey du, ich hab da heute was beobachtet.

00:26:29: Bist du okay oder soll mir irgendwie, soll mir was beobachten?

00:26:31: Und das hat sich, glaube ich, schon verbessert.

00:26:33: Trotzdem gibt es immer noch individuelle Situationen.

00:26:37: Sets, was auch immer Personen, wo sie fast nichts verändert hat.

00:26:40: Das gibt es auch immer noch und das müssen wir auch akzeptieren.

00:26:43: Deinen Status, wie du jetzt gesagt hast, nutzt du ja auch für eine andere gute Sache.

00:26:47: Du bist offizielle Unterstützerin des World Food Programms der Vereinten Nationen.

00:26:51: Kannst du uns über das Engagement ein bisschen was erzählen?

00:26:54: Gerne.

00:26:55: Also grundsätzlich ist das WFP, World Food Program, die größte Organisation im Kampf gegen den Hunger.

00:27:00: Weltweit größte Organisation, arbeitet in mehr als hundert Ländern.

00:27:04: erreicht viele, viele, viele Millionen Menschen.

00:27:07: Durch diese tolle Infrastruktur, die die haben, waren die Ersten in der Ukraine, sind diejenigen, die in den Gazerstreifen kämmen sollen, wenn wer reinkämmen ist.

00:27:15: Das war das World Food Program.

00:27:17: Also wirklich eine top ausgestattete, super aufgestütte Organisation, die von Ländern finanziert wird.

00:27:23: Also jetzt nicht irgendwie von Spendenabos, von Einzelpersonen, sondern von Ländern.

00:27:28: Und auch das World Food Program leidet in den... letzten Jahren, vor allem seit dem letzten Jahr durch diese massiven Einsparungen, vor allem natürlich von den USA, aber auch Österreich und Deutschland haben wir angefangen zu sparen in der Entwicklungszusammenarbeit.

00:27:42: Das macht natürlich Planbarkeit schwieriger.

00:27:44: Also der Kampf gegen den Hunger ist mir deshalb so wichtig.

00:27:47: Also es kommt natürlich irgendwie aus einer Biografie.

00:27:50: nicht, dass ich aufgewachsen wäre mit Hunger, das nicht.

00:27:53: Aber meine Mama hat einen Bauernhof gehabt und es fängt überhaupt da schon an, dass meine Mama gesagt hat.

00:27:59: Wenn es mir nicht gegeben hätte, wäre sie am liebsten Entwicklungshelferin geworden.

00:28:05: Und das ist ja dann so ein bisschen von unmöglich worden durch das kleine Baby.

00:28:10: Und sie hat dann Landwirtschaft studiert, hat im Endeffekt dann einen Bauernhof gehabt und hat da war auch immer wieder, also da waren zum Beispiel auch dann bei ihr Frauen aus dem Sudan, mit denen sie sich austauscht hat, über nachhaltige Landwirtschaft.

00:28:21: Also dieses ganze Thema Ernährung, Nachhaltigkeit, dadurch aber auch so was für Klimagerechtigkeit und so war einfach ... sehr viel bei uns daheim Thema.

00:28:30: Und da kommt mein Ursprungspersönliches Interesse her.

00:28:34: Und gleichzeitig habe ich aber mit dieser Beschäftigung mit dem World Food Program immer mehr verstanden, dass ein Kampf gegen den Hunger immer Kampf für den Frieden ist, weil Hunger halt die Wurzel allen Übels ist.

00:28:44: Das fängt bei... Gut, ich meine, ich muss niemand mehr erklären, wie schlecht es ist, wenn ein Säugling unterernährt ist.

00:28:49: Das begreift jeder.

00:28:50: Aber auch, dass ein Volksschulkind schlechter lernt, wenn es hungrig in der Schule sitzt und so weiter.

00:28:54: Also, das ist wirklich das Verteilungskämpfer durch Ressourcen, kann vom Ressourcen entstehen und so.

00:28:59: Also, es ist wirklich... Die Wurzel allen übelst ist Hunger und deswegen ist der Einsatz gegen den Hunger Einsatz für den Frieden.

00:29:05: Und das ist mir so wichtig daran.

00:29:07: Schön.

00:29:07: Zuletzt warst du im Kino mit das Leben der Wünsche, mit dem Matthias Schweighöfer?

00:29:14: Schaut euch denn an, wie wir Zuhörerinnen, Zuhörer.

00:29:17: Hoffentlich lauft der Grottener.

00:29:18: Der Elfte haben wir Kinder statt gehabt.

00:29:20: Ich bin ja immer so, also Konzernmerkung noch an alle, die gerne ins Kino gehen.

00:29:25: Grotten nämlich zum Beispiel beim Immergut.

00:29:27: jetzt hat natürlich das Leben der Wünsche mit diesen großen... Na, wenn Matthias Schweighöfer und den entsprechenden Produktionsfirmen ein großes, große Maschine dahinter, die sind vielleicht weniger darauf angewiesen.

00:29:36: Aber gerade jetzt kleine Produktionen, kleinere österreichische sind ganz oft darauf angewiesen, dass man am ersten Kinowochenende ins Kino geht.

00:29:43: Also meine Bitte an Leute, die sagen, ich möchte den und den Film singen, geht's am ersten Wochenende.

00:29:48: Weil das erste Kinowochenende entscheidet immer darüber, wie lange der Film in den Kinos bleibt.

00:29:53: Weil ein Kinobetreiber ihn natürlich auch, wenn Die sirkt und die muss schnell reagieren.

00:29:58: Der Film läuft nicht.

00:29:59: Zack, ist er raus aus dem Programm.

00:30:00: Und dann hat man gar nicht mehr die Chance, den zu sehen.

00:30:02: Und der Film hat gar nicht mehr die Chance, irgendwie Zuschauerinnen zu sammeln und da irgendwelche wichtigen Referenzpunkte zu knacken.

00:30:09: So die ersten Zehntausend, wenn möglich sogar vierzig, fünfzigtausend, was wiederum Referenzmittel bringt.

00:30:14: Was heißt, es macht es einem leichter, dass man an nächsten Filmen drehen kann und so weiter.

00:30:17: Also deswegen, ich glaube, bei das Leben der Wünsche ist es unberechtigt.

00:30:20: Aber deswegen immer mein erster Reflex.

00:30:21: Wir reden einen Monat später über Kinostadt.

00:30:23: Ich denke, hoffentlich läuft er überhaupt.

00:30:25: Ja, das stimmt.

00:30:26: Das ist absolut richtig.

00:30:27: Ja, also bitte dann hoffen wir natürlich, dass ihr wart, liebe Hörerinnen und Hörer, oder beim nächsten Mal am ersten Wochenende geht.

00:30:36: So.

00:30:37: Ich habe die Vermutung, dass das ein Film ist, der glücklich macht.

00:30:41: Kann das sein?

00:30:42: Das wäre sehr schön, wenn das so wäre.

00:30:44: Das Drehbuch auf jeden Fall schon hat bei mir ausgelöst, dass ich schon sehr viel nachgedacht habe.

00:30:49: Also es ist so ein bisschen diese Grundprämisse, Bedenke was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen.

00:30:55: Da hab ich echt, also ich merk richtig fast täglich, oder sagen wir mal mehrmals die Wochen, da tapp ich mich selber bei dem Gedanken, dass wir was wünschen und dann denk, oh wait, wenn wir jetzt im Film wären, wär's in Erfüllung gegangen und das wär furchtbar.

00:31:08: Also ich denk sehr viel mehr über was ich mir wünsche nach, seit ich dieses Drehwoch vor mittlerweile wahrscheinlich zwei Jahre gelesen hab.

00:31:14: Also das ist glaube ich so ein Ding, was es bei mir ausgelöst hat und wenn der Zuschauer ihnen glücklich macht, das wär natürlich ziemlich toll.

00:31:21: Wir brauchen jetzt unbedingt noch Serientipps von Verena Altenberger.

00:31:25: Was hast du zuletzt gesehen?

00:31:27: Nicht, dass ich damit rechnen hätte können, dass ich das gefragt werde.

00:31:29: Nein,

00:31:29: nein, das würde ich überraschen.

00:31:32: Was hast du zuletzt geschaut?

00:31:33: Machen wir es so.

00:31:34: Ich habe

00:31:34: tatsächlich jetzt gerade die vierte Staffel von Slow Horses fertig geschaut.

00:31:39: Das

00:31:40: war die fünfte?

00:31:41: Aber wo ist die?

00:31:41: Da haben wir die fünfte Staffel von Slow Horses fertig geschaut.

00:31:46: Ich habe mir die erste Staffel da angeschaut und es hat mich gar nicht so geriegt.

00:31:50: Und irgendwann bin ich so reinkippt darauf, dass bei mir was entstanden ist, was ich, ich weiß überhaupt nicht, wann ich das das letzte Mal gehabt hab, nämlich wirklich so körperliche Entzugserscheinungen gehabt hab.

00:32:00: Wo die neue Folge immer Mittwoch gekommen ist und ich, wo ich wirklich, wenn ich mir die angeschaut hab und die zu Ende war, sie mein Körper so dachte, jetzt muss ich sechs

00:32:08: Tage

00:32:09: warten auf die ... Sieben Tage, sieben Tage, harte Woche.

00:32:12: Also, das ist mal

00:32:13: Schweißausbrüche.

00:32:16: Und eigentlich ist es weder vom Genre, nur von sonst irgendwas.

00:32:19: Das, was ich sagen würde, ist mein Lieblingsding.

00:32:23: Aber das hat mich total gekriegt.

00:32:25: Warum?

00:32:26: Ich weiß nicht.

00:32:27: Weil es spannend ist, oder weil der Furzente-Ding so super ist, oder was reizt dich an der?

00:32:33: Also, ich find schon... die Schauspielerbeobachtung interessant.

00:32:37: Ich finde es interessant, wie diese Charaktere angelegt sind und wie sie sich auch entwickeln über die Staffeln.

00:32:42: Ich finde es ganz spannend.

00:32:44: Ich habe nicht ganz diesen Schauspielerinnenblick weggeschalten.

00:32:47: Es war nicht eine Serie, wo sie alles weggeschalten hat von wie machen wir Filme, wie erzöpnen wir eine Traumaturgie, sondern wo das eigentlich blieben ist, aber mich gleichzeitig überhaupt nicht gestört hat, dass es bleibt.

00:32:57: Und auf der anderen Seite schon spannend und auch so ein bisschen dieses große politische Game.

00:33:04: dann ja nochmal mit Verschwörung glauben und aber dann eben doch nicht und so.

00:33:08: Also, ja, auch so ein bisschen vergleichbar, also jetzt dieses große politische Game vergleichbar mit House of Cards zum Beispiel, wo ich das auch total spannend gefunden habe, dieses Nachverfolgen.

00:33:19: Ja, wenn würdest du spielen wollen, wenn du eine Rolle da bekommen würdest?

00:33:25: Natürlich eigentlich immer am spannendsten, die Täterinnen zu spüren.

00:33:31: Ja, also die nächste Bösewicht in Staffel.

00:33:34: Super.

00:33:34: Sechs ist wahrscheinlich schon fertig gedreht, also sieben.

00:33:37: Okay, wir leiten die Bewerbung weiter.

00:33:39: Genau,

00:33:39: wir freuen uns, dich ins Low Horse zu sehen.

00:33:41: Ja, das wird garantiert.

00:33:43: Ja, vielen Dank,

00:33:44: dass du

00:33:47: da warst.

00:33:47: Ja, vielen Dank, dass du da warst.

00:33:49: Dankeschön.

00:33:50: Danke fürs Kommen.

00:33:51: Ja, das war's schon wieder mit Serien Reif.

00:33:53: Wenn euch dieser Podcast gefällt, empfehlt uns auf allen sozialen Plattformen und prinzipiell freuen wir uns über eine fünf-Sterne-Bewertung.

00:34:01: Damit ihr keine Folge verpasst, abonniert uns, wo auch immer ihr eure Podcasts hört.

00:34:06: Wir danken Christoph Neuwirt an den Reglern und euch fürs Zuhören.

00:34:09: Bis zum nächsten Mal

00:34:10: und frohes

00:34:11: Schauen.

00:34:11: Bye bye.

00:34:12: Bye bye.

00:34:13: Tschüss.