Serienreif

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Der STANDARD-Podcast über Serien und alles, was dazugehört

Transkript

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00:00:00: Also ich wäre ja gerne ein bisschen so wie Wednesday.

00:00:07: Du meinst Menschenquellen und Spaß dabei haben?

00:00:10: Okay, das nicht.

00:00:12: Aber so unbeirrbar seinen Weg gehen, das gefällt mir schon.

00:00:15: Ja, stimmt, wobei ich muss sagen, du machst das ja aus meiner Warte eh schon sehr gut.

00:00:20: Menschenquellen und Spaß daran.

00:00:22: Deine eigenen Weg gut.

00:00:24: Alles klar, das freut mich.

00:00:26: Ich bin Doris Priching und ich bin Michael Steingrober, ihr hört Serien reif dem Podcast über die gruselige Welt der Serien.

00:00:33: Bei uns geht es heute um Wednesday, eine Serie, die wir alle sehr stark ins Herz geschlossen haben.

00:00:38: Und darüber möchten wir heute sprechen mit unserem Experten für die finsteren Mächte quasi.

00:00:44: Bei uns im Studio ist Reit Kologe, er ist Filmwissenschaftler.

00:00:49: Hallo lieber Reit.

00:00:50: Hallo, vielen Dank für die Einladung.

00:00:51: Ja, die zweite Staffel ist vor kurzem gestartet.

00:00:54: Vier Folgen haben wir mittlerweile gesehen und sind auch auf Netflix abrufbar.

00:00:58: Die weiteren kommen im September.

00:01:01: Ja, dritter September ist angekündigt.

00:01:04: Reit, wie haben dir die neuen Episoden gefallen?

00:01:07: Also, mir persönlich haben die neuen Folgen insgesamt sehr gut gefallen.

00:01:10: Ich finde, dass die Serie ihr Niveau durchaus halten kann.

00:01:14: Gab ja noch einige kritische Stimmen.

00:01:16: Zum Teil kann ich es auch so ein bisschen nachvollziehen, was kritisiert wurde.

00:01:19: Ich weiß nicht, gehen wir ja vielleicht gleich noch besonders drauf an.

00:01:21: Aber insgesamt habe ich das bekommen, was ich erhofft und erwartet habe.

00:01:24: Und ja, ich bin sehr zufrieden damit und freue mich schon auf den zweiten Teil der zweiten Staffel.

00:01:29: Ich muss sagen, ich bin ja kein Fan von diesen geteilten Staffeln.

00:01:32: Aber ja, wir sprechen noch über die Kritik.

00:01:34: Kommen wir noch mal ganz kurz zurück zur ersten Staffel.

00:01:36: Die schlug ja ein wie eine Bombe quasi beim Publikum.

00:01:40: Sie ist nach Squid Game, die meist gesehener Serie auf Netflix.

00:01:44: Reit rechnest du damit, dass Staffel 2 diesem Hype auch gerecht wird,

00:01:47: dass der Erfolg fortgesetzt werden kann?

00:01:49: Also, ich glaube, wenn da so ein Riesenhype um eine Serie oder auch ein Film oder so entsteht,

00:01:54: hat das doch immer mit einem gewissen Überraschungseffekt zu tun.

00:01:57: Die Wednesday ist ja ein Ableger aus der "Adams Family" sozusagen.

00:02:00: So eine Spin-off, wenn man so will.

00:02:01: Ja, die Figur war da schon durch die Darstellung von Christina Ricci.

00:02:05: Schon sehr präsent und hat jetzt eine eigene Serie bekommen.

00:02:08: Also, ich weiß nicht, wie es den anderen Zuschauerinnen ging.

00:02:11: Aber ich dachte, ja, ich schau mal rein.

00:02:12: Irgendwie Tim Burton mag ich auch und so.

00:02:14: Und war dann total positiv überrascht einfach, wie gut das Ganze gestaltet ist,

00:02:18: wie es erzählt ist.

00:02:20: Und das hat jetzt bei meinem persönlichen Hype sozusagen ausgelöst.

00:02:23: Und dass ich dann die auch in, ja, also wirklich Binge-watching betrieben habe

00:02:26: und die sehr schnell dann durchgeschaut habe.

00:02:28: Und das lässt sich, glaube ich, so nicht wiederholen,

00:02:31: es sei denn, man krempelt irgendwas total um und das ist ja immer heikel.

00:02:33: Ja, weil man so etwas ja, also von der Erwartungshaltung,

00:02:37: kann das ja nur so eine Mischung aus Wiederholung und Variation sein.

00:02:40: Weil wir dann in einem bestimmten Kosmos sind,

00:02:42: diesen Tim Burton Kosmos auch, der Kosmos der "Adams Family" und so weiter.

00:02:45: Und da kann man ja nicht was total anderes machen.

00:02:47: Das will ja auch eigentlich nicht wirklich jemand.

00:02:49: Insofern ist das, glaube ich, schwer, da den Hype zu wiederholen

00:02:52: und werden vielleicht auch ein bisschen zu viel erwartet.

00:02:54: Aber man hätte schon irgendwie es anders auch entwickeln können.

00:02:57: Glaubst du wirklich, dass es so nicht zu wiederholen ist?

00:03:00: Nur, weil der Überraschungseffekt fehlt?

00:03:03: Naja, irgendwie will ich sie sich bestimmt herstellen.

00:03:05: Aber ich bin da so, ich ist dann mal so.

00:03:07: Vielleicht ist es auch so ein bisschen so eine Erfahrungssache.

00:03:09: Ich bin froh, wenn eine Serie, wenn die ich richtig gut fand,

00:03:11: dann bei der zweiten Staffel das Niveau hält und nicht eben,

00:03:14: das wird gerne schon erwähnt worden, auch andere Serien, das dann eher abflacht.

00:03:18: Es wurden aber auch schon einige Spuren gelegt in der ersten Staffel.

00:03:22: Zum Beispiel das mit dem Stalker und so weiter.

00:03:24: Auch dass die Beziehung zur Mutter,

00:03:26: was ja dann auch teilweise kritisiert wird,

00:03:27: zu viel "Adams Family", zu wenig "Wednesday" für sich genommen.

00:03:30: Aber auch die Beziehung zur Mutter, dass sie noch vertieft wird,

00:03:33: ist ja irgendwie total plausibel da.

00:03:34: Das spielt ja schon in der ersten Staffel durchgehend eine Rolle

00:03:37: und passt ja auch zu dieser ganzen Coming-of-Age-Thematik,

00:03:39: die Loslösung der Tochter von der starken Mutter und so weiter.

00:03:43: Vielleicht war das dann auch schon zu offensichtlich oder zu nahe gelegt,

00:03:46: dass das dann auch weitergeführt wird,

00:03:48: als dass dann noch die Großüberraschungen dann kommen könnten.

00:03:51: Also so vielleicht, ja.

00:03:52: Wir haben es ja bei Squid Game gesehen,

00:03:54: dort konnten die Erwartungen tatsächlich auch nicht mehr eingelöst werden.

00:03:58: In Serienproduktionskreisen gilt eine zweite Staffel

00:04:02: wirklich als auch immer das aller, aller Schwierigste.

00:04:05: Bei der dritten ist man dann schon wieder irgendwo eingespielt,

00:04:07: aber die zweite, den Erfolg zu wiederholen, ist tatsächlich schwierig.

00:04:11: Reitgemacht hat das Wiederteam Burton produziert

00:04:14: und zum Teil auch Regie geführt.

00:04:15: Burton's Handschrift war in Staffel 1 sehr prägnant.

00:04:19: Wie hat sich die visuelle Sprache denn nun entwickelt?

00:04:22: Ist er nach wie vor so stark vertreten?

00:04:24: Ich glaube ja, oder?

00:04:26: Ja, total. Also das ist eindeutig ein Tim Burton-Kosmos,

00:04:29: der da entwickelt wird und meiner Beobachtung nach,

00:04:32: also gut, ich habe jetzt die Filme von ihm länger nicht mehr gesehen,

00:04:34: aber im Detail noch viel feiner verästelt mit den ganzen Verweisen.

00:04:38: Also da geht es um einzelne Inszenierung, also Kamerawinkel zum Beispiel.

00:04:42: Da ist ganz viel Carrie drin, wenn die U.N.C. auf der Bühne steht,

00:04:45: gegen das Feuer und so, erinnert das eindeutig an Carrie, finde ich.

00:04:48: Carrie ist sowieso viel drin, das war schon in der ersten Staffel,

00:04:51: wenn da die Party mit dem gesprengten Blut, was da eine Farbe ist, gesprengt wird.

00:04:55: Wir müssen erklären, was Carrie ist.

00:04:57: Carrie ist ein Horrorfilm, bei dem Ryan de Palma-Regie geführt hat,

00:05:01: aus dem Jahr 1976.

00:05:03: Wie heißt die Space Act?

00:05:05: Ein Klassiker muss jeder gesehen haben.

00:05:06: Ein Superfilm, wie ich finde, basiert auf der Romanvorlage von Stephen King.

00:05:10: Der Gleichnamigen gibt es übrigens auch eine Neuverfilmung,

00:05:13: die wie die so viele Horrorfilm-Neuverfilmungen überflüssig ist.

00:05:17: Muss man nicht unbedingt sehen.

00:05:18: Ne, muss man wirklich gesehen haben.

00:05:19: Aber gut, ich würde wirklich die aus der Mitte der 70er-Jahre empfehlen.

00:05:22: Und ich finde, die hat sich auch super gehalten.

00:05:24: Also auch junges Publikum, die vielleicht andere Inszenierungsweisen gewohnt ist

00:05:28: oder so, wird das sicher noch abgeholt.

00:05:29: Das ist ein toller Film, habe ich neulich noch gesehen.

00:05:31: Und bin da jetzt mal wieder von beindruckt.

00:05:34: Genau, Kerry ist ganz viel drin.

00:05:35: Und diese ganze Gothic Horror, ja, die grötzten Spitzbögen.

00:05:40: Hogwarts, also dann eigentlich Nevermore, aber ist ja auch ein Harry Potter

00:05:42: so ein bisschen angelehnt, das Ganze.

00:05:44: Ja, also in diesem ganzen Kostüm, viel Edgar Allen Poe.

00:05:47: Auch dieses Stop-Motion-Einlage, ein Staffel, ist eindeutig an Vincent angelegt.

00:05:51: Ein Kurzfilm von Tim Burton,

00:05:53: neben dem es immer einen kleinen Jung gibt, der sich in dieser Welt von Edgar Allen Poe

00:05:55: auffällt die ganze Zeit und so weiter.

00:05:57: Ja, die ganze Ästhetik ist voll Tim Burton durchdrungen.

00:06:00: Und ja, auch dieser Umgang mit Zitaten und so weiter, also eindeutig.

00:06:05: Ich fand auch diese Legende über dieses mechanische Herz, das Ajax erzählt.

00:06:10: Und in diesem Stop-Motion-Style aufgenommen wird, ist für mich so die Tim Burton Ästhetik eigentlich.

00:06:15: Das hat mir auch gefallen, dass den noch stärker irgendwie in den Fokus rückt.

00:06:19: Aber genau, diese Serie generell dockt ja an eine große Vorlage an, nämlich die Addams Family.

00:06:24: Das war zunächst, nämlich 1938, ein Karton.

00:06:28: Hier ist 1964 zur Serie wurde.

00:06:31: Was kannst du uns denn über die Herkunft von Wednesday erzählen?

00:06:34: Ja, die hatte ja in der Kartonvorlage noch gar keinen Namen.

00:06:37: Da hatten die, glaube ich, alle noch keinen Namen.

00:06:39: Also da war das ja nur so eine schere Familie irgendwie,

00:06:42: die so ein bisschen gegen das Bild der bürgerlichen Familie gesetzt wurde.

00:06:46: Und in der Serie war die auch eher noch niedlich.

00:06:50: Die hat dann zwar schon kopflosen Puppen gespielt und so weiter,

00:06:52: also hatte schon so einen Hang zum Morbiden und Markaberen.

00:06:56: War bei er noch niedlich und also wirklich zur Ikone ist die Figur

00:07:00: dann durch die Darstellung von Christina Ricci geworden.

00:07:02: Also wo die wirklich dieses extrem sarkastische und südische hat.

00:07:05: Und ich glaube, so das ist das Wednesday Bild,

00:07:08: mit dem wir das heute auch die Darstellung von Jen Outtiger dann auch abgleichen.

00:07:12: Der Name kommt übrigens, ich weiß nicht, ob die Zuhörerinnen das wissen, von einem Kindereim.

00:07:16: Es gibt so einen Kindereim.

00:07:17: Ich lese jetzt mal die ersten drei Zeilen nur vor.

00:07:20: Monday's Child is fair of face, Tuesday's Child is full of grace,

00:07:24: Wednesday's Child is full of wo.

00:07:26: Okay, damit sich es rankt noch die vierte Zeile.

00:07:27: Thursday's Child has far to go.

00:07:29: Es gibt da noch drei weitere Zeilen.

00:07:31: Lass ich jetzt mal aber dieses Wednesday's Child is full of wo.

00:07:34: Da kommt wohl dieser Name her.

00:07:36: Weil man fragt sich, wie so nennt man ein Kind Mittwoch.

00:07:38: Ja, das ist richtig.

00:07:41: Und da war aber auch eine schöne Verbindung, find ich,

00:07:42: dann zu diesem einerseits kindlichen, was diese Serie ja auch hat.

00:07:46: Irgendwie kindlich, pubertär, Teenagerhaft und ja und dem Erwachsenen,

00:07:50: also Tim Burton, also diese Gratwanderung.

00:07:53: Ich glaube, Gratwanderung ist ein ganz wichtiges Wort, ästhetisches Mittel.

00:07:57: Irgendwie, wenn man das so oder wirkungsästhetisch ganz wichtig

00:07:59: bei diesen Tim Burton Sachen.

00:08:01: Ich glaube, bei dem Casting war schon in der Staffel eins,

00:08:03: gab es da auch Kritik, vor allem, dass der Vater Gomes,

00:08:07: er wird gespielt von Luis Guzman.

00:08:09: Und ich glaube, man hat da einfach,

00:08:10: wir alle haben irgendwie durch die popkulturelle Prägung

00:08:13: da vielmehr aus den 90ern einfach dieses Bild so abgespeichert dabei,

00:08:17: ist der jetzige Cast, entspricht viel eher der Comicvorlage.

00:08:20: Der Comicvorlage, ja.

00:08:21: Stichwort Gratwanderung, besonders schön spielt Wednesday,

00:08:24: finde ich, mit den Chores.

00:08:25: Reit, wie siehst du hier die klassischen Fächer,

00:08:28: wie Mystery, Coming of Age und Gothic Horror gewürdigt.

00:08:32: Und dazu aber eben halt auch natürlich dieser feine, sarkastische Humor.

00:08:36: Ja, also der Gesamtentwurf ist ja ganz stark

00:08:39: an den Gothic Horror, Gothic Literature angelehnt,

00:08:42: genau so natürlich an den klassischen Horrorfilmen,

00:08:44: dessen Wurzeln ja auch im Gothic Horror liegen.

00:08:46: Mit allen Symbolen und Geraden und Geraden.

00:08:49: Aber das ist so fein verästert.

00:08:51: Die Raben sind ja gleichzeitig ein Hitchcock-Zitat,

00:08:54: auch wenn der Gelbchen damit in ausgestochenen Augen liegt,

00:08:56: ist das in Hitchcocks die Vögel.

00:08:57: Liegt ja auch ein älterer Mann mit ausgestochenen Augen,

00:09:00: dann wird er aufgefunden und so weiter.

00:09:02: Aber klar, kinoordische Mythologie ist natürlich dann irgendwie auch noch mit drin.

00:09:05: Also, das meine ich halt, man kann dann so sich so einzelne Sachen rausgreifen

00:09:08: und auch in verschiedene Richtungen gehen zum Teil.

00:09:10: Ja, also zum Beispiel auch, was die Sirenen betrifft,

00:09:12: die er dann mit mehr jungen Frauen bzw. mehr jungen Männern irgendwie auch kombiniert sind.

00:09:17: Ja, ich habe dann nochmal nachgeguckt, wenn wir jetzt irgendwie komisch vorkommen.

00:09:20: Und dann war es ja ursprünglich,

00:09:21: wann das eigentlich Mischwesen zwischen Frauen und Vögeln interessanterweise.

00:09:24: Und das hat sich dann aber erst in der Neuzeit irgendwie verändert,

00:09:26: in der Darstellung, dass die dann auch mit mehr jungen Frauen vermischt wurden.

00:09:30: Und dann heißt er, ja, die Bianca ist da ja mit drin,

00:09:33: dann gibt es aber auch diesen Kent.

00:09:34: Und Kent ist ja dann auch der Mann von Barbie,

00:09:36: der ja auch hier so ein bisschen Depper dargestellt wird,

00:09:38: eigentlich so ein bisschen dümmlich irgendwie, ganz lieb, aber dümmlich.

00:09:40: Und da hat man dann sogar da noch so ein Pubkulturellen Verweis.

00:09:43: Und das meine ich halt, das sind so ganz viele feine Verästelungen.

00:09:46: Wir haben natürlich ganz viel Tim Burton-Kosmos mit drin,

00:09:48: haben ja schon gesagt mit dieser Stop-Motion-Einlage, aber auch Apple-Hollow da,

00:09:51: dieses Hotels, natürlich eine Anlehnung an Sleepy-Hollow.

00:09:54: Also dann wirklich in diese ganzen Kleinigkeiten und so.

00:09:56: Also auch darin kann man sich eigentlich wunderbar verlieren.

00:09:58: Und wenn man will, suchen und stöbern bei Poe zum Beispiel,

00:10:02: geht es ja auch ganz stark um die Detektivgeschichte,

00:10:03: weil wir haben ja nicht nur diese von dir schon angesprochenen Genres,

00:10:06: sondern auch ganz stark Kriminalverhalten mit drin.

00:10:08: Und Poe ist ja gleich, also der Einfluss von Poe's Literatur

00:10:12: ist ja sehr vielgestaltig, Science-Fiction sogar auch,

00:10:14: aber eben auch der Begründer der Detektivgeschichte oder das modernen

00:10:17: Detektivtypus aller Sherlock Holmes, Equipoirot, Miss Marple und so weiter.

00:10:21: Also dieses kalkulierenden Detektivtypus, was die Venza ja irgendwo auch ist.

00:10:25: Ja, diese Detektiven, aber natürlich auch der Horror.

00:10:28: Interessanterweise grenzt Poe sicher eigentlich von diesem europäischen Gothic-Horror,

00:10:33: der Schauer-Literatur der Deutschen ab, aber er passt trotzdem irgendwie mit rein.

00:10:37: Ja, mit The Raven natürlich, da haben wir auch wieder die Rabensymbolik.

00:10:40: Also das ist dann irgendwie so ganz spannend, diese ganzen Verweise.

00:10:42: Und das meine ich einerseits, ist die Serie extrem eklektisch,

00:10:45: also wirklich so zusammengestoppelt aus allem möglichen.

00:10:49: Aber ich meine das jetzt gar nicht negativ,

00:10:50: sondern was die Kunst dabei ist,

00:10:52: dass man einen eigenständigen und kohärenten Kosmos erschafft.

00:10:55: Und das finde ich, macht die Serie eigentlich wunderbar.

00:10:57: Ich musste beim Schauen ja auch an dich denken,

00:10:59: weil wir haben auch den Proletariat des Horror-Schores, den Staffel 2.

00:11:03: Ich könnte mir da auch noch ganz kurz sprechen.

00:11:05: Ja, mit dem Zombie hatte ich tatsächlich da nicht so wirklich gerechnet,

00:11:08: aber es ist ja wirklich ein moderner Zombie durch und durch.

00:11:10: Also er ist fleißchierig, bis zum Gegend nicht mehr und eklig.

00:11:13: Und da würde ich schon sagen, dass der, also Albern, der auch ist,

00:11:16: und mit diesem Namen Slurp irgendwie und wie die Jungs mit ihm umgehen,

00:11:19: wie so ein heimliches Haustier, was sie sich halten erstmal.

00:11:21: Und so sind die Szenen schon ekliger als das,

00:11:24: was man in der ersten Staffel geboten bekommt und vielleicht ein bisschen grausamer.

00:11:27: Also wenn der Fahrlehrer dann da in der Nacht da irgendwie aufgeschreffen wird.

00:11:31: Genau, also da muss ich sagen, das fand ich ja schon zum Teil eklig.

00:11:34: Aber auch da immer wieder diese Gradwanderung,

00:11:36: wenn er den Honig wieder auskotzt und so, ist ja auch Slapstick mit drin.

00:11:39: Und was es mit dem Proletarier des Horrorschores auf sich hat,

00:11:42: liebe Hörerinnen und Hörer,

00:11:44: da empfehlen wir euch unsere Folge mit Ray zu Serie The Last of Us.

00:11:48: Die Serie spricht ja auch Themen wie Außenseiter-Tum, Identität und Diversität an.

00:11:53: Wie wird denn das in Staffel 2 umgesetzt?

00:11:55: Ja, bei der Frage habe ich wirklich ein bisschen länger nachdenken müssen,

00:11:59: weil ich finde, dass das tatsächlich in der ersten Staffel vielleicht insofern präsenter ist,

00:12:03: weil diese Diautomie zwischen Normies und Outcast

00:12:07: vielleicht ein bisschen stärker betont wird durch die Stile in der Stadt zum Beispiel auch

00:12:11: und dann in Nevermore, das ist ja dann auch so ein bisschen, ja, nicht gewollt ist in der Stadt

00:12:15: und dann geht es ja auch noch um den Bürgermeister und dieses Fest und so weiter.

00:12:18: Jetzt geht es vielmehr um die Kostung von Nevermore.

00:12:20: Wir haben natürlich diese comic-hafte Konfrontation zwischen dieser Full Metal Jacket-Truppe,

00:12:25: also diesen Pfadfindern, also Full Metal Jacket-Truppe von Sandy Cubic,

00:12:29: der die Ausbildungszeit der Marines zumindest in der ersten Hälfte zeigt

00:12:32: und das ganz stark auch für diesen Ausbilder, der die immer anschreit und die immer "sir, yes sir" antworten oder so.

00:12:36: Und ja, also da hat man das zwar, aber ich finde, dass auch innerhalb der Outcast es ja so was die Outcast gibt

00:12:43: und ich finde, was ich zumindest im Internet habe, habe ich wenig dazu gelesen,

00:12:45: mit bestimmt auch ganz vor und vor, das Händchen ist ja eigentlich auch eine Art Outcast innerhalb der Outcast,

00:12:50: beschwert sich ja dann auch, dass es immer wie ein Diener behandelt wird und so weiter,

00:12:54: spielt ja aber eine enorm wichtige Rolle.

00:12:55: Also die Wendster wäre ohne das Händchen aufgeschmissen.

00:12:58: Ich habe auch belegt, hat das ein Geschlecht?

00:12:59: Die Hand sieht tendenziell ermännlich aus, würde ich sagen, ist ermännlich konnotiert,

00:13:03: aber man weiß es eigentlich nicht.

00:13:04: Wirklich glaube ich auch nie thematisiert und ja so Diversität und so weiter.

00:13:07: Ja klar, der Eugene Oettinger hat ja oder Oettinger Oettinger wird glaube ich ausgesprochen in der Serie.

00:13:12: Man hat ja zwei Frauen als Eltern und so weiter, also das wird ja aber nur so angedeutet.

00:13:17: Meiner Meinung nach geht es in der zweiten Staffel dann doch eher um die Familienverhältnisse,

00:13:20: die Loslösung von der Wendster zu ihrer Mutter.

00:13:22: Die Bianca, deren Mutter, spielt ja auch eine Rolle.

00:13:24: Also diese Thematiken und ja und die Freundschaft zu der Inet oder was ist Freundschaft überhaupt?

00:13:30: Und die Wendster will sie ja schützen, aber gleichzeitig distanziert sie sich dadurch von ihr und so weiter.

00:13:35: Also ich glaube, dass die Themen stärker sind.

00:13:36: Ja, okay.

00:13:37: Wie findest du denn diese Geschichte mit der Loslösung zur Mutter und gleichzeitig sich mit der Großmutter zu beratschlagen,

00:13:44: sozusagen, wie gefällt dir das?

00:13:46: Eigentlich ganz gut.

00:13:47: Also ich finde nicht, dass das jetzt so die superpsychologische Tiefe hat oder mich holt die Serie auf der Ebene nicht so ab.

00:13:52: Ich bin ja eher, dass das eigentlich eine Ausstattungsserie ist.

00:13:54: Dieses Schwelgen im Kitsch auch.

00:13:57: Ja, also wenn die dann diesen Kampf haben mit den Degen und dann haben sie das gläserne Herz, das ist eigentlich super kitzig.

00:14:02: Ja, aber irgendwie schön gemacht.

00:14:03: So und dann auch so Sachen, wenn die sich dann schlagen, sozusagen mit ihren Schwärtern,

00:14:07: dann gibt es auch diesen Top Shot, der total Ostteig an Dragon ist.

00:14:10: Ich weiß nicht, ob ich erinnert, wenn die im Hof kämpfen da am Anfang.

00:14:12: Es ist ja auch ein Kampf zwischen einer etwas älteren Kämpferin und einer Jungen, die dann das Schwert klaut.

00:14:17: Und das ist ein super Marshall-Arts-Kampf, einer der schönsten, die ich kenne und sind im Hof.

00:14:22: Und dann drehen die sich auch so ineinander wie so Wirbelwind und das wird dann auch senkrecht von oben gefilmt.

00:14:26: Und dass es auch eindeutig daran eingeht.

00:14:28: Also die Serie bricht da auch aus diesem Gothic Literature-Horrorfilm "Kosmos" aus und hat dann sogar online bei sowas.

00:14:35: Bei Marshall-Arts auch, wie die dann hochspringt.

00:14:37: Wenn die Mutter irgendwas nachher in Deutsch wirft, glaube ich, ist auch bei Marshall-Arts und fand ich auch wunderbar inszeniert.

00:14:43: Wie gesagt, also auch da macht das irgendwie Spaß.

00:14:47: Und ich habe die Serie eher wie fast wie so eine Aneinanderreihung von Set Pieces gesehen.

00:14:51: Also man kann sich mehr an Situationen erinnern als jetzt an Handlungsbögen oder

00:14:55: Besondere psychologische Tiefe, also geht mir so.

00:14:58: denn eigentlich zulässig, für mich ging das jetzt irgendwie so, als hätte man die Perlen

00:15:02: aus allen diesen nahelegenden Genres genommen und daraus sehr, sehr beabsichtigt und zielgerichtet

00:15:10: gesagt, okay, das nehme ich mir jetzt, ob das jetzt eben Harry Potter ist, ob das eben

00:15:14: Tiger and Dragon oder ob das eben, ich weiß nicht, was ist, ja. Alle möglichen Versatzstücke

00:15:20: nehme ich mir jetzt und zimmere Bastle mir da eine erfolgreiche Serie, das kann ja nur

00:15:26: erfolgreich sein. Ist es zulässig, kann das dann eine gute Serie sein? Ich glaube, das

00:15:31: wäre ein Irrtum zu glauben, ja, man guckt jetzt, was ist gut gelungen und kopiert das

00:15:34: einfach, weil das wird ganz schnell wie eben zusammengestoppelt. Ich habe das Wort zwar

00:15:39: gerade benutzt, obwohl ich es hier positiv sehe und es gibt ja auch andere Regisseure,

00:15:43: die so arbeiten, wenn man Pascal Logier nimmt, zum Beispiel, der diesen Mathür gemacht hat,

00:15:46: also ist genau das Gegenteil von das, was Tim Burt macht, also das ist wirklich Horror,

00:15:50: der einen angreift, also in deutschen Sinne angreifen wie attackieren und so weiter und

00:15:54: der arbeitet nur mit Zitaten und Versatzstücken und invertiert die dann auch und spielt damit

00:15:58: und das wird ja hier auch gemacht. Also das wird ja nicht einfach simpel kopiert und

00:16:01: man darf auch nicht unterschätzen, kopieren ist auch nicht einfach, sondern das wird ja

00:16:03: schon in eine coherente Handlung erst mal eingebettet. Ja, die zerfranzt hier vielleicht

00:16:08: so ein bisschen, man hat erst diese Stalkerhandlung und dann geht das ja dann über wieder in

00:16:11: die Geschichte mit dem Halt. Okay, das fragt man sich schon, hat das jetzt mit der Stalkerin

00:16:15: das so gebraucht oder hätte man sich direkt auf die Mutter und die Geschichte um Willow Hill

00:16:20: konzentrieren und den Halt dann eben konzentrieren können und wäre das Ganze nicht dann stringenter

00:16:24: geworden. Das könnte man jetzt bemeckern, ich fand das mit der Stalkerin irgendwie auch

00:16:28: amüsant, muss ich ganz ehrlich sagen und mich hat es nicht gestört, aber klar, das könnte

00:16:32: man jetzt anmerken. Ich finde genau, und das so zu verbinden, dass es eben nicht nur zusammen

00:16:37: gestoppelt wirkt und in einer Reihung und wie gesagt diese Coherenz ergibt, das ist dann

00:16:41: tatsächlich schwierig und der Tim Burt, der ist ja durch und durch erkennbar. Also man

00:16:44: sieht ja, es hat da doch irgendwie was Orginäres in der Art und Weise, wie er mit den Sachen

00:16:48: geht. Das ist dann durchaus schon wieder eine Kunst. Ja, klar. Man kann das jetzt als Postmodern,

00:16:53: also die Kette Postmodern hat drauf klatschen, was ja dann gerne gemacht wird, aber kann

00:16:57: man, muss man aber nicht. Was du jetzt schon angesprochen hast, das ist ja auch Teil der

00:17:01: Kritik an Staffel 2, nämlich Style over Substance. Also inwiefern steckt deine Wahrheit

00:17:07: drinnen oder du siehst das ja auch ein bisschen so, diese Schauplätze sind relevanter als

00:17:12: die Handlung, kann man das so sagen. Ich weiß nicht, ob die Schauplätze relevanter als

00:17:16: die Handlung sind. Soweit würde ich nicht gehen. Ich finde eher, dass diese, ja die

00:17:19: Ausstattung natürlich ist ja auch keine Ahnung, wenn die Mottischer da mit ihrem schwarzen

00:17:24: Tropenhelm auftritt und diesem Schleier und die dann in ihrem Gothic Chorus zählt, dann

00:17:28: Camping zählt, dann da sitzen und so weiter. Das schaut man sich gerne an, aber es ist

00:17:31: ja dann schon auch die Interaktion der Figuren untereinander, die diese einzelnen Situationen

00:17:36: oder Abenteuer dann irgendwie sehenswert machen. Also dann auch dieser Wettbewerb dazwischen

00:17:41: den Normys und den Outcast da in dem Camp und so. Also mir reicht das, mir macht das

00:17:46: Spaß das anzuschauen und es ist intelligent gemacht und ich finde schon, dass sich genug

00:17:51: Drama dann auch mitteilt. Also auch bei der Bianca zum Beispiel ist diese Geschichte mit

00:17:54: der Mutter ja auch interessant, dass sie zur Retterin der Mutter wird. Übrigens, sie

00:17:57: wänzt ja ja auch, weil sie verliert dann zwar den Kampf, aber wirft den Degen, dass der

00:18:00: Zombie sozusagen die Mutter nicht mehr kriegt. Aber es hat noch Potenzial. Also da finde

00:18:06: ich jetzt nicht, dass das zu platt ist, dass man jetzt sagt, das ist nur ein reiner Ausstattungsfilm

00:18:10: und man guckt sich nur die schönen Kostüme an oder so. Und es wird ja auch Action geboten.

00:18:14: Ja, das darf man ja auch nicht vergessen. Also ich finde das auch jedes Mal spektakulär,

00:18:17: wenn der Elgxt hat eine Mütze lüftet irgendwie und so Sachen. Also ich würde sagen, durch

00:18:22: die Interaktion der Figuren, die ja dann schon aus der ersten Staffel bekannt sind im Zusammenhang

00:18:27: mit dieser Ausstattung und dann auch der Action und so, hat das schon eine, finde ich, große

00:18:32: Qualität.

00:18:33: Ich finde es ja auch, man kann ja sagen, wenn man von den Zitaten spricht, es gehört ja

00:18:38: schon auch ein Batzen, Kaltschneuzigkeit dazu, sich an Versatzstücke, wie beispielsweise

00:18:44: Harry Potter oder so, irgendwas zu vergreifen. Da ist es schon sehr mutig vorgegangen, Tim

00:18:50: Burton, oder?

00:18:51: Ja, mutig oder auch einfach, dann sage ich, okay, das war so erfolgreich, da kann man

00:18:56: nicht, also dann kann man...

00:18:57: Ja, das war ja meine Kritik eigentlich. Okay, ich nehme das, ja, boah, das ist irgendwie

00:19:02: nah und das ist die Besen weg. Ja, aber er macht ja schon auch was anderes, weil das

00:19:07: ist ja, finde ich, eine viel düstere Version von Harry Potter. Ich habe überhaupt nichts

00:19:11: gegen Harry Potter, aber es ist ja vergleichsweise betulig. Ja, so. Und hier ist es erstmal auch

00:19:16: ein Mädchen, das im Mittelpunkt steht, die extrem takastisch ist, die ihre rechten Hand

00:19:20: sozusagen, dann diese Daumenschrauben schenkt, dass sie dann auch als Folteropfer anbietet

00:19:24: und so weiter. Also, das ist ja wirklich auch düster, auch in dieser Düsterkeit kann man

00:19:28: ja schmelgen, die dann auch so überzeichnet ist, dass manchmal sagt, okay, jetzt setze

00:19:31: noch mal einen drauf und der wird ja dann auch damit gespielt einfach und es wird ja

00:19:36: auch so auscentativ ausgestellt. Also, der tut ja nicht so, als wenn er was Ereignis

00:19:40: machen würde und ja, verkauft er fremdes Vereignis oder so, sondern er nimmt diese Sachen und

00:19:45: spielt damit und formt die oben. Ja, das ist ja nicht total legitim. Das kommt ja eigentlich

00:19:49: dieser Grundidee, wo ja der Addams Family und auch die Manses entstanden sind, eben 1964,

00:19:56: wo es ja darum ging, glaube ich, ein bisschen auch diese Spissigkeit in ein anderes Umfeld

00:20:01: zu setzen. Also, ich nehme quasi eine herkömmliche Familie und drehe die aber total um und setze

00:20:07: sie aber in einen Haushalt der 60er Jahre oder Anfang 60er Jahre, wo es total spissig

00:20:12: ging. Er macht im Grunde genommen genau dasselbe. Er setzt auch wiederum eine Freak-Familie

00:20:19: in einen Kosmos, den wir kennen, nämlich dieses College-Thing und lässt die da drinnen

00:20:25: werken und eben halt vor werken, um es nicht so zu sagen, ja. Inwiefern ist denn die Addams

00:20:31: Family heute eine Kritik an der Gesellschaft, so wie sie heute ist?

00:20:37: Ja, das ist eine interessante Frage, weil ich mir dann auch nochmal über diese Moralität

00:20:40: oder was macht der Serie oder was macht einem eigentlich auch so eine Freude daran. Ja,

00:20:43: klar, das ist einerseits diese Umkehrung aller Werte, wenn man das so will, ja, alles was

00:20:47: eklig ist oder wir als eklig empfinden, finden die super und freuen sich und der Paxli treibt

00:20:51: das ja dann auch noch auf die Spitze eigentlich, ja. Und ganz so ist es dann doch nicht, weil

00:20:56: die Wänds, der dann doch großen Wert auf Freundschaft legt, dann doch ja irgendwie. Und das schimmert

00:21:01: ja immer wieder durch und ist ja irgendwie eindeutig. Vielleicht macht die Serie das

00:21:04: auch ganz geschickt, dass sie so einerseits Moderne ist, auch mit der weiblichen Hauptfigur

00:21:09: und ich glaube, die Genautika hat gesagt, dass sie die Serie auch eindeutig als feministisch

00:21:13: betrachtet und so weiter, gleichzeitig aber überhaupt nicht moralin sauer dabei ist. Also

00:21:17: jetzt auch nicht so didaktisch in dem Sinne, sondern dass die ist einfach so, wie sie ist

00:21:21: und das wird auch jetzt nicht irgendwie erklärt und ich glaube auch Männer finden das gut,

00:21:25: irgendwie so wie das ist und obwohl die männlichen Figuren da ja eigentlich alle ein bisschen

00:21:28: erbärmlich sind, gescheitert mindestens irgendwie, ja. Und das geht aber irgendwie durch, habe

00:21:33: ich so den Eindruck. Ja, und vielleicht ist das auch so ein bisschen der Trick, dass das

00:21:37: alles so ein bisschen durcheinander gebracht wird, so die moralischen Parameter und Kategorien,

00:21:41: macht diese trockenen, bissigen Kommentare und so weiter, ja. Aber so von der Physiomie

00:21:46: ist auch interessant, wenn ja auch man sich fragt, ginge das ohne Genautika, also könnte

00:21:50: man sich eine andere Schauspielerin vorstellen, ich glaube ganz schwierig, die wollten ja

00:21:53: unbedingt sie haben, ja, die hat dann einerseits diese, ja klar haben sie Blastgeschminkt und

00:21:57: so weiter, klar ist das auch Kostüm und so, aber dann diese hohen Wangenknochen, die großen

00:22:01: dunklen Augen, aber dann auch der volle Mund und so weiter, also die ist schon hübsch,

00:22:04: sehr hübsch und hat dann aber dieses Strenge gleichzeitig und das macht sie natürlich

00:22:07: mit dem Schauspiel, die reduzierte Mimik der Ernst, also die Rundse nicht direkt gestören,

00:22:11: aber die sind immer schon so kurz davor, die Augenbrauen, also die extrem ernste Blick

00:22:15: und so weiter und damit hat sie jetzt nicht so ein Styrotypes weibliches Verhalten, das

00:22:19: ist das wahrscheinlich, warum man nicht sehr so als Schönheit Styrotypen Sinne wahrnimmt,

00:22:24: aber gewisserweise ist es dann auch wieder schon, finde ich.

00:22:27: Diese Umkehr der Werte, das ist mir auch aufgefallen, vor allem bei der zweiten Staffel, wo sie jetzt

00:22:31: so detektiv in irgendwie spielt, dass das in den Filmen der 90er viel stärker war, dass

00:22:36: sie diese Antithese zu den gesellschaftlichen Konventionen war und jetzt ist sie ja irgendwie

00:22:41: auch die Gute irgendwie, die das Böse bekämpft, das fand ich einen, für mich einen Unterschied

00:22:46: zu den vorhergegangenen Darstellungen.

00:22:48: Ja, sie ist die gute einerseits, aber sie ist ja auch sehr radikal, also ich, diese ganze

00:22:52: College-Mentalität, also ich kenne die jetzt auch noch aus den amerikanischen Filmen, aber

00:22:56: dieses Populärsein und ich weiß nicht, ob sie es immer noch haben, aber damals, als

00:22:59: von uns einige dann in Amerika waren, gab es auch Rankings für Beliebtheit und so weiter,

00:23:03: ich weiß nicht, ob es das immer noch gibt und das ist ja also für auch Mittel-Europäer*innen

00:23:07: eigentlich so eine Absurdität, ja, wie soll man so was messen und was heißt das dann überhaupt

00:23:10: ja und diese ganzen Sachen verweigert die sich ja konsequent und das allen mit einer Radikalität

00:23:14: und man hat auch das Gefühl, dass in der Serie viele dann aufwarten und so, endlich sagt

00:23:18: es mal jemand und dann zündet ihr ja Bild an und so und so dieses, dieses sich verweigern

00:23:22: in Idol zu sein und das wäre dann schon wieder so eine Verkehrung von Werten, aber klar sie

00:23:27: mag die ihnen, sie will die beschützen und sie braucht Beziehung und sieht das auch in

00:23:31: Beziehung zum Händchen in der ersten Staffel, dass sie da ja schon weint und so und das ist

00:23:35: aber auch nicht so richtig zulassen kann, da hat man dann auch das Drama so ein bisschen

00:23:37: mit drin, also sie ist nicht einfach die gute, sondern sie ringt dann auch damit mit diesen

00:23:41: Gefühlen und so und auch da haben wir vielleicht wieder diese Gradwanderung, dass sie jetzt,

00:23:44: also insofern, eine gewisse Selbstbestimmtheit auch verkörpert, dass sie sich selber aussucht,

00:23:48: wofür sie einstehen will und wofür nicht.

00:23:50: Was ist denn deine Theorie, warum kommt es so gut beim jungen Publikum an?

00:23:55: Naja, das ist ja so ein bisschen immer so eine Schwierigkeit dabei, weil ich dann jetzt

00:23:58: für ein junges Publikum sprechen muss sozusagen, ich kann mir vorstellen, dass für adolescenten

00:24:03: Menschen genau diese Sehnsucht so wer bin ich, wie kann ich auch tag sein, dass natürlich

00:24:08: die total anspricht, weil die Juenze als Minderjährige noch in der Schule dann sich diese ganzen Freiheiten

00:24:13: herausnimmt, extrem clever als schon viel kann und dann ihren eigenen Weg geht.

00:24:17: Und ich glaube auch, dass das viele Erwachsene abholt, weil in der Konsequenz machen, dass

00:24:20: glaube ich auch die wenigsten Erwachsene, die dann wieder in anderen Kontexten stecken,

00:24:23: zwar aber ja auch viel fremdbestimmt sind, dass unterschätzen Kinder ja mal so was sind,

00:24:28: wenn ich mal da einen höre, dann sagen die mal, ich kann ja ihr machen, was ich will

00:24:30: und so, so ist es nicht.

00:24:32: Wäre Wednesday ohne Channel Ortegas Performance überhaupt annähernd so erfolgreich, was

00:24:37: glaubst du?

00:24:38: Also, wir haben ja gerade schon drüber gesprochen, also ich glaube nicht, ich glaube schon und

00:24:41: die wollten die auch haben, also die wollten ja ganz spezifische Kinder Ortega haben, übrigens

00:24:45: auch ein Parallel zu Glocker Garnisch, weil der Kubik auch, Märklin Macdowell unbedingt

00:24:49: haben wollte für die Rolle und ohne ihn wollte er den Film nicht machen und die passt einfach

00:24:53: perfekt.

00:24:54: Ja, also dieses Stoische und ich finde auch interessant diesen Mimikwechsel, ich habe jetzt nochmal

00:24:59: zwei Folgen rein oder ich habe eigentlich nochmal alle vier geguckt jetzt für den

00:25:01: Podcast dann nochmal und wenn z.B. die Großmutter kommt und ihr die Eigentümerinnen Urkunde

00:25:06: überreicht für den Friedhof, dann strahlt sie plötzlich und das ist plötzlich so ein

00:25:09: Wechsel in der Mimik und so und dass sie auch stringent dann dieses Stein ane Verkörpert

00:25:14: und so weiter und diesen großen Augen und diesem Gesicht insgesamt den hohen Wangenknochen

00:25:18: und diese ja einerseits ist schon eine junge Frau und dann hat es sie aber doch ja irgendwie

00:25:22: Teenager und man nimmt ja das irgendwie beides noch so ab, also dieses Zwischenstadium und

00:25:25: so.

00:25:26: Also ich kenne zumindest keine andere Schauspielerin, die ich mir in der Rolle gut vorstellen

00:25:29: könnte.

00:25:30: Weil du gesagt hast, auch die Nebenrollen sind wichtig, ich habe mich total gefreut über

00:25:33: die Großmutter gespielt von Joanna Lum, Lehmann kennt sie von Absolutely Fabulous.

00:25:37: Und letztlich wieder mal eine gute Rolle, weil sie hat viel schlechtes gemacht in der Zwischenzeite.

00:25:41: Und sie hat so einen guten Satz in ihr habe ich mir aufgeschrieben, old memories are like

00:25:45: corpses, they never seem quite the same when you dig them up, das fand ich so großartig

00:25:51: und wie sie das auch rüberbringt und im zweiten Teil der zweiten Staffel soll auch Lady Gaga

00:25:56: vorkommen, auf das bin ich auch schon gespannt.

00:25:58: Das habe ich auch gehört, ja wann um ab.

00:26:00: Wer nicht mehr dabei ist ist Percy Heinz White, der hat Xavier gespielt, die Gründe dafür sind

00:26:05: das gegen den Vorwürfe bezüglich sexuellen Übergriffen.

00:26:09: Ich weiß ja jetzt nicht so viel darüber, ich weiß nur, dass die ihn aus den Gründen

00:26:12: dann da rausgeschrieben haben, was da genau vorgefallen ist, weiß ich nicht.

00:26:16: Ich habe ihn jetzt nicht vermisst, muss ich ganz ehrlich sagen.

00:26:18: Ich fand die Rolle zwar nicht schlecht und mochte auch die Bilder, die er gemalt hat und so,

00:26:22: aber...

00:26:23: Da kommt er nur ganz kurz vor in einem Brief oder in seinem Notiz, das fand ich ein bisschen

00:26:26: da merkt man, okay das war jetzt nicht so geplant, das haben sie jetzt noch irgendwie

00:26:30: verpriziert.

00:26:31: Mir geht er auch nicht ab.

00:26:32: Ja.

00:26:33: Man merkt auch, weil dann schon diese ersten vier Folgen der zweiten Staffel auch wirklich

00:26:36: so überbordend sind.

00:26:37: Also es passiert sehr viel und man hat ja schon noch mit einigen Figuren dann zu tun, mit

00:26:40: einigen neuen Figuren Steve Buscemi da als der Krinzipel der Neue und so.

00:26:46: Lustig.

00:26:47: Ja fand ich auch, fand ich recht witzig und wie er das spielt auch und ich habe mich gefragt,

00:26:50: ist der mittlerweile so oder man hat ja das echt so durchgeführt, also von den Bewegungen

00:26:53: her.

00:26:54: Also dieses irgendwie so unbeholfene, man will einen auch cool machen, dann merkt man aber

00:26:57: das Alter macht nicht mehr ganz ganz mit und das ist echt, das erfahrt er echt gut einstudiert.

00:27:02: Das ist ja sehr, sehr gut.

00:27:03: Eine dritte Staffel ist bestätigt.

00:27:05: Ah tatsächlich.

00:27:06: Ja.

00:27:07: Da wüsste ja mehr als ich das.

00:27:08: Wie geht es weiter?

00:27:09: Also aber jetzt erstmal in der zweiten Hälfte der zweiten Staffel.

00:27:12: Ja, ja stimmt eigentlich, ja stimmt.

00:27:14: Genau, genau.

00:27:15: Genau, genau.

00:27:16: Na ja, Wednesday rettet dann ja aus dieser Psychiatrie, diesem Geheimprojekt, was da

00:27:21: unten durchgeführt wird, auch diese Psychiatrie fand ich irgendwie sehr düster, also dieser

00:27:25: Skellergeschoss da und da gibt es ja eine, wo dann bei der Tür ganz fett rauf stand, besonders

00:27:31: gefährlich und so weiter, aber dann sitzt da eine verschreckte junge Frau, ist jetzt

00:27:35: die Frage, wer das ist, es gibt ja da Spekulationen, dass es die Ophelia sein könnte, also Wednesday

00:27:40: ist Tante, wahrscheinlicher ist, dass es Teil des Mutter ist.

00:27:44: Ah.

00:27:45: Ja, weil die ja auch irgendwie verschwunden ist oder so und ja, die Heidzeit als besonders

00:27:48: gefährlich gelten und die Warnung jetzt bei einer mit psychischen Fähigkeiten, vielleicht

00:27:53: klar können die auch gefährlich sein, je nachdem, aber bei einer Nationalen Fähigkeit

00:27:55: ist, wie die Wednesday die hat, dann ist das ja nicht wirklich gefährlich für die anderen,

00:27:59: da gilt jetzt die wahrscheinlichere Option und ja, da darf man gespannt sein, also es

00:28:02: geht wieder alles auf den Heid sozusagen, jetzt mit mütterlicher und ich meine, das hat eben

00:28:05: Mutterkomplex der Teiler, ja, mit der, das sind ja auch ja und insofern ja, schauen wir

00:28:10: mal.

00:28:11: Für dich ist es das logische, so geht's weiter.

00:28:13: Na die Mütter sind halt da die starke Figuren, also oder Mutterfiguren, so die Christiana

00:28:17: Lucille für den Teiler und Bianca und Wednesday hatten wir ja schon, die Väter sind entweder

00:28:21: abwesend oder ja gescheitert irgendwie, die Jungs und Bildungsverlierer stand in einer Rezension

00:28:26: von der Zeit, irgendwie, fand ich auch, das ist ein zübschter Paxley, ja, ja, ja.

00:28:32: Wird das dem noch was?

00:28:35: Den Paxley?

00:28:36: Ja.

00:28:37: Ich finde schon, dass er Potenzial hat, also.

00:28:39: Wir wollen ihn zur Pflicht aufgehen.

00:28:41: Nein.

00:28:42: Und sehen, ja.

00:28:43: Und der ist Zombie ja auch, der wird ja auch schlauert.

00:28:46: Ja.

00:28:47: Genau, der Zombie, der Zombie.

00:28:50: Der ironische Hintern, dass der Tim Burton den Männern auch Entwickleres Potenzial zuschreibt,

00:28:54: sie müssen nur genug Fleisch fressen.

00:28:56: Genau, der Zombie geht durchs Fleisch fress Entwicklungsprogramm und arbeitet sich hoch.

00:29:01: Genau.

00:29:02: Okay, ihr habt's gehört, liebe Hörerinnen und Hörer, wir haben einiges zu erwarten.

00:29:07: Ja.

00:29:08: Ja, das war's schon wieder mit Serien Reif, lieben herzlichen Dank, Reit, Kologe, für

00:29:14: diese hervorragende Expertise wieder mal.

00:29:17: Ja, vielen Dank nochmal für die Einladung, hat mich sehr gefreut.

00:29:19: Uns auch.

00:29:20: Wenn euch dieser Podcast gefällt, empfehlt uns gerne weiter auf allen sozialen Plattformen

00:29:26: und ganz grundsätzlich freuen wir uns sehr über eine fünf-Sterne-Bewertung, damit ihr

00:29:31: keine Folge verpasst, abonniert uns, wo auch immer ihr eure Podcasts hört.

00:29:36: Wir danken.

00:29:37: Christoph Neu wird an den Regeln und euch fürs Zuhören.

00:29:40: Bis zum nächsten Mal und wo es schauen, bye, bye.

00:29:51: [Musik]