Serienreif

Serienreif

Der STANDARD-Podcast über Serien und alles, was dazugehört

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Dore, es kennst du den schon. Sagt der Chef zum verspäteten Mitarbeiter. Sie kommen diese Woche schon zum vierten Mal zu spät. Das geht so nicht.

00:00:13: Sie können sich bestimmt denken, was das bedeutet. Sagt der Mitarbeiter. Ja, es ist doch musterlich.

00:00:26: Ich bin Dore Spresching. Das ist total lustig. Und ich bin Michael Steingruber. Ihr hört Serienreif dem Podcast über die arbeitsreiche Welt der Serien.

00:00:35: Ehentlich schlechter Witze wie der von Eben gibt es auch oft von Michael Scott zu hören. Er ist die Hauptfigur, gespielt von Steve Carell in der sitcom The Office.

00:00:43: Sie wird dieses Jahr 20 Jahre alt und ist absoluter Kult. Es ist aber nicht die einzige Serie, die am Arbeitsplatz spielt.

00:00:49: Warum das so ein beliebter Stoff für Serien ist, wie die unterschiedlichen Arbeitsplätze dargestellt werden und welche Work-Play-Stories man sich unbedingt anschauen sollte, klären wir heute mit unserem Gast.

00:01:02: Bei unserem Studio sitzt unsere Kollegin aus dem Karriere-Ressort, Annika Dang. Hallo, liebe Annika.

00:01:08: Hallo, Doris. Hallo, Michi.

00:01:10: Hallo. 20 Jahre die Office. Unglaublich eigentlich. Für alle, die es trotzdem noch nie gesehen haben, kannst du uns kurz erklären, worum es da geht?

00:01:18: Ja, also die Office ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Workplace-Sitcom, die in einem Büro stattfindet.

00:01:24: Das heißt, das ist ein ganz normaler Büroalter, könnte man meinen, der so ein bisschen satirisch und humoristisch aufgearbeitet wird.

00:01:32: Die Serie hat ihren Ursprung in UK. Anfang 2000 wurde da das Original sozusagen aufgenommen. Davon gibt es aber, glaube ich, nur ein oder zwei Staffeln und danach gab es dann eben ein US-amerikanisches Remake,

00:01:43: das aber ziemlich eingeschlagen hat und jetzt eben ein richtiger Serienkult geworden ist.

00:01:47: Was macht denn die Faszination dieser Kult-Serie aus?

00:01:50: Ich würde sagen, der Arbeitsplatz ist ja ein Ort, an dem die meisten Menschen recht viel Zeit verbringen.

00:01:56: Das heißt, man kann sich damit wahrscheinlich einmal identifizieren, dass man sagt, das findet einfach das Stadt an einem Ort, den jeder schon mal irgendwie gesehen hat oder gut kennt.

00:02:03: Was dann noch mit rein spielt, ist natürlich, dass der Arbeitsplatz ein Ort ist, an dem viele Menschen zusammenkommen, die man sich vielleicht nicht unbedingt ausgesucht hat.

00:02:11: Das heißt, der Arbeitsplatz wird so ein bisschen zu einem Mikro-Cosmos, wo dann verschiedene Diskussionen stattfinden, wo irgendwie auch im Privaten ein bisschen Beziehungen irgendwie aufgebaut werden oder eben auch gesellschaftliche Probleme ein bisschen ablaufen können.

00:02:26: Aber da gibt es ja ganz korrekte Figuren auch. Also das sind vor allem die Personen oder die Figuren. Die Office ist eine total bösartige Satire eigentlich auf dem Büroalltag.

00:02:36: Die Leute dort haben alle spezielle Charaktere. Was gibt es denn über die Charaktere zu sagen?

00:02:42: Ich glaube, besonders davon sticht natürlich der Michael Scott, das ist der Chef in der Serie und der sorgt natürlich für ziemlich viel Wehbeln.

00:02:50: Also das ist eigentlich eine sehr kontroverse Figur, die man irgendwie zu der man vielleicht so ein bisschen eine Hassliebe aufbaut, würde ich mal sagen, weil er eben dadurch aufhält, dass er eigentlich kein guter Chef ist.

00:03:00: Obwohl er vielleicht das meint, selber zu sein und das ist natürlich ein Konflikt, den vielleicht viele irgendwie nachvollziehen können.

00:03:06: Dass man sagt, man hat irgendwie eine Führungskraft, mit der man da nicht so gut zurecht kommt oder die da sehr hervor sticht.

00:03:12: Aber natürlich auch die anderen Figuren, das sind natürlich sehr Stereotype-Darstellungen, von verschiedenen Achetypen, die es vielleicht auch im Arbeitsplatz immer wieder gibt.

00:03:21: Und natürlich eine sehr überspitzte Darstellung von einem sehr inkompetenten Chef auch zum Teil, der sich einfach da sehr inszeniert.

00:03:31: Kannst du da irgendein Beispiel oder sowas nennen von, ich weiß nicht, besonders schrägen Erlebnissen von Michael Scott?

00:03:37: Ich habe irgendwie so diese eine Szene im Kopf vor einmal die ganze Teil der Belegschaft zu sich nach Hause einlädt, um da irgendwie seinen Lifestyle zu zeigen.

00:03:45: Und da kommen die dann drauf, dass der eigentlich sehr für die Arbeit lebt irgendwie.

00:03:50: Also der stellt das immer so dar, als hätte er irgendwie vielleicht ein sehr spannendes Privatleben.

00:03:54: Da merkt man, sein ganzes Leben dreht sich eigentlich viel um die Arbeit.

00:03:57: Und er möchte denen das ein bisschen zeigen und dann kommen die drauf, der lebt gar nicht so luxurös, wie man das vielleicht gedacht hätte.

00:04:03: Also der verdient in seiner Position gar nicht so viel, wie man jetzt vielleicht erwartet hätte.

00:04:07: Er hat kein großes Haus oder halt nichts Besonderes, was er da vorweisen kann.

00:04:10: Und das wird dann recht absurd.

00:04:12: Ich meine, es sind halt voll oft, spielt ja die Serie mit ein bisschen so peinlichen und unangenehme Momenten.

00:04:16: Also wo man sagt, da kriegt man irgendwie auch manchmal beim Zuschauen ein bisschen ein Unbehagen.

00:04:20: Die Office ist ja im "Mocumentary Style" gedreht.

00:04:23: Also es ist eine fiktive Dokumentarfilmsituation am Arbeitsplatz.

00:04:27: Das ist nicht die einzige Serie, die das anwendet.

00:04:30: Ist das vielleicht auch ein Grund, was die Faszination ausmacht?

00:04:33: Oder warum ist das so beliebt?

00:04:35: Und welche anderen Serien gibt es da, die da als positive Beispiele dir einfallen?

00:04:39: Ja, ich würde sagen, der Stil hat sich ja sehr viele Serien danach geprägt.

00:04:42: Also eben, wie du gesagt hast, dieser "Mocumentary Style",

00:04:44: dass man das Gefühl hat, da ist irgendwie ein Kamerateam dabei, dass das dokumentiert.

00:04:48: Dann wird halt der Zuseher und die Zuseherin nochmal mehr eingebrunten,

00:04:51: wenn man das Gefühl hat, jemand spricht zur Kamera und direkt zum Publikum.

00:04:55: Und das kann man natürlich, glaube ich, mittlerweile in vielen Serien beobachten.

00:04:58: Also das ist sicher ein Kultstatus, der da hervorgerufen wurde.

00:05:01: Aktuell schaue ich auch gerade "Abert Elementary", da wird das eben auch angewandt.

00:05:05: Da wird eine Schule in den USA begleitet, beziehungsweise eben das Lehrpersonal

00:05:09: und welche Herausforderungen denen da begegnen.

00:05:12: Also da wird das auf jeden Fall auch aufgegriffen.

00:05:14: Ich meine, "Styling the Documentary" oder das "Setting the Documentary"

00:05:18: wird ja auch ganz stark bei "Reality" verwendet.

00:05:21: Wo du zuerst mal die Handlung hast und dann hast du immer diese einzelnen Protagonisten,

00:05:25: die dir direkt was in die Kamera sagen, was glaubst du?

00:05:29: Was ist das für ein Mittel oder warum wird dieses Mittel so verwendet

00:05:34: und wodurch wird da eine Komik erzeugt?

00:05:38: Ja, ich würde sagen, das ist sicher dieses sehr nahe Bade,

00:05:40: was man dann halt eben dieses direkt angesprochen sein.

00:05:43: Man knüpft ja generell so ein bisschen eine Beziehung zu den Charakteren,

00:05:46: oft laufen die Serien dann über sehr viele Staffeln.

00:05:48: Das heißt, da wird eigentlich eine ziemlich lange Bindung aufgebaut,

00:05:51: was ja dafür auch nochmal spricht.

00:05:53: Also das sind ja meistens Serien, wo eben eine Persönlichkeitsentwicklung

00:05:55: vielleicht viel stattfindet bei den Charakteren.

00:05:58: Und eben ja, wie du sagst, es erinnert auch ein bisschen so an "Reality",

00:06:01: wo dann irgendwie jemand vor der Kamera sitzt

00:06:03: und dann vielleicht irgendwie seine Emotionen auch zeigt.

00:06:05: Also das gibt es ja auch manchmal bei "The Office" gibt es auch Szenen,

00:06:07: wo dann irgendwie eine Auseinandersetzung im Büro ist

00:06:10: und dann sieht man danach wie ein Mitarbeiter vor der Kamera weint,

00:06:12: nachdem er irgendwie mit dem Chef gesprochen hat.

00:06:14: Und das ist natürlich dann auch nochmal was,

00:06:16: wo irgendwie die Emotionen ganz anders transportiert werden.

00:06:19: Ja, man kann auch, glaube ich, diese Diskrepanz zwischen selbst und fremdbild

00:06:22: irgendwie gut zeigen.

00:06:24: Also eben man inszeniert sich in die eine Richtung

00:06:26: und sieht dann auch in einer anderen Szene,

00:06:28: okay, das ist nur blabla.

00:06:30: Und eigentlich ist er gar nicht so cool, wie er glaubt,

00:06:32: sondern einfach nur peinlich.

00:06:34: Ja, ich glaube auch dieses kommentierende Element,

00:06:36: oder dass man dann irgendwie im Nachhinein vielleicht nochmal

00:06:38: über eine Situation spricht, sozusagen.

00:06:40: Also so wird es ja dann dargestellt, wo jemand sagt,

00:06:42: was habe ich in der Situation wirklich gedacht,

00:06:44: als der Chef mir jetzt das oder das gesagt hat.

00:06:46: Das ist natürlich auch ein Element, ja.

00:06:48: Ja, auch im deutschsprachigen Raum gibt es

00:06:50: eine Mocumentary am Arbeitsplatz,

00:06:52: die das Auslösersvorbild hat, das Stromberg,

00:06:55: aber auch noch andere Serien,

00:06:57: die den Arbeitsplatz zum Thema machen.

00:06:59: Was hast du uns ein bisschen darüber sprechen?

00:07:01: Ich glaube, ein sehr aktuelles Beispiel ist sicher die Discounter.

00:07:04: Das ist ja auch eine Szene, die sehr eingeschlagen hat,

00:07:06: würde ich sagen, wo viele gesagt haben,

00:07:08: wow, das ist wirklich mal irgendwie was Neues,

00:07:11: weil das Setting eben in einem Discounter

00:07:13: in einem Supermarkt stattfindet,

00:07:15: vielleicht noch nicht so präsent gegeben hat.

00:07:18: Und ich glaube, beim Discounter kommt halt nochmal dazu,

00:07:21: dass halt viele den einfach vom Einkaufen auch kennen.

00:07:23: Das heißt, man ist immer sehr nah an der Lebensrealität

00:07:26: von den Menschen, sei das jetzt eben einerseits

00:07:28: aus der Arbeitsperspektive und da dann nochmal dazu

00:07:31: aus der Einkaufsperspektive sozusagen.

00:07:34: Ich glaube, was bei die Discounter nochmal rein spielt,

00:07:36: ist irgendwie, dass es diese Romantisierung

00:07:38: vom Arbeitsplatz da wirklich wenig gibt.

00:07:40: Also ich glaube, vielen Jobs kann man vielleicht

00:07:42: etwas abgewinnen und da denken viele,

00:07:44: ah, das ist irgendwie ein Arbeitsplatz,

00:07:46: der wenig Freude bereitet oft irgendwie,

00:07:48: weil die Arbeitszeiten sind irgendwie sehr fix vorgegeben.

00:07:51: Da gibt es kein Homeoffice, keine Benefits oder so.

00:07:53: Also das ist wirklich so ein Job, wo viele sagen,

00:07:55: ja, da arbeiten vielleicht Leute übergangsmäße.

00:07:58: Also so wird es ein bisschen dargestellt

00:08:00: bei den jungen Leuten, die dort sind,

00:08:02: wo man sagt, die gehen dann vielleicht nochmal anders ziehen.

00:08:04: Aber viele ist das dann auch irgendwie was,

00:08:06: wo sie das Gefühl haben, sie stecken ein bisschen fest in diesem Job.

00:08:08: Aber ist das nicht bei allen über die wir jetzt gesprochen haben,

00:08:10: dass der Arbeitsplatz oder der Job

00:08:12: irgendwer jetzt nicht sinnstiftend das dargestellt,

00:08:14: sondern so ein Übel und man ist halt mit irgendwelchen Leuten,

00:08:17: wie du das beschrieben hast, zusammengewürfelt?

00:08:19: Ja, zum Teil auf jeden Fall.

00:08:21: Ich glaube, was halt dazu kommt bei die Office,

00:08:23: ist dann, dass man doch sich irgendwie das Gefühl

00:08:25: bei manchen vermittelt wird,

00:08:26: ah, man ist da ein bisschen zusammen drinnen.

00:08:28: Ich meine, es ist vielleicht bei den Discounter auch,

00:08:30: dass man sagt, okay, man wird irgendwie als Team geeint,

00:08:32: weil man diesen Arbeitsplatz hat,

00:08:34: an dem man feststeckt und über den man sich beklagt,

00:08:36: genauso wie über eben einen Vorgesetzten,

00:08:38: der seine Arbeit vielleicht nicht so macht,

00:08:40: wie man das gerne hätte.

00:08:42: Wo siehst du denn die Unterschiede zwischen Stromberg

00:08:44: und die Office, also die Chefs in den Serien?

00:08:47: Ich glaube, die sind sehr ähnlich, oder?

00:08:49: Stromberg gilt ja als Mutter der deutschen Workplace-Serien.

00:08:53: Es wird auch jetzt ein Remake geben, witzigerweise,

00:08:56: einen Film, der soll im Herbst kommen,

00:08:59: wird von RTL+ produziert.

00:09:01: Und da ist es schon so,

00:09:03: also auch so wie du sagst, Michael,

00:09:05: der Arbeitsplatz ist kein Wohlfühlplatz.

00:09:07: Und insofern, das eint wohl all diese Workplace-Serien.

00:09:13: Es ist eigentlich immer schwierig

00:09:15: und es ist immer nicht so gut.

00:09:17: Am ersten vielleicht noch tatsächlich

00:09:19: dieses Zusammengehörigkeitsgefühl,

00:09:21: dass die Mitarbeitenden irgendwie sich noch finden können, irgendwo.

00:09:26: Aber in Wahrheit ist es das auch nicht.

00:09:28: Und bei Stromberg ist es genauso, wie bei der Office,

00:09:30: natürlich, dass auch das Vorbild ist unverkennbar.

00:09:34: Da gibt es eben diesen Chef, der von nichts eine Ahnung hat

00:09:37: und völlig arrogant und überheblich.

00:09:39: Und sonst irgendwas ist aber in Wahrheit eigentlich ein Volltepper.

00:09:43: Ich darf bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen,

00:09:46: dass es da ein Vorvor-Vor-Vor-Bild gab

00:09:50: in frühen Zeiten des Fernsehens.

00:09:52: Frühe Zeiten des Fernsehens ist übertrieben,

00:09:55: aber in prehistorischen Zeiten des Fernsehens,

00:09:58: wo ich noch geschaut habe, oder wo ich schon geschaut habe.

00:10:02: Und zwar hieß dieses Serie Büro Büro,

00:10:04: das ist eine legendäre Serie von Reinhard Schwabinicki.

00:10:08: Ich behaupte heute, dass es die beste Serie ist,

00:10:11: die Reinhard Schwabinicki jemals gemacht hat.

00:10:14: Das ist jetzt böse, weil er hat ja noch sehr viel danach gemacht.

00:10:17: Er war ja noch recht jung.

00:10:19: Aber Büro Büro war tatsächlich legendär,

00:10:21: weil es ging eben auch um so eine Bürosituation.

00:10:24: Diese Firma, das war die Lurza AG

00:10:27: und die haben Turngeräte hergestellt.

00:10:30: Und im Büro war das sozusagen das Office, das das verwaltet hat.

00:10:34: Und dann natürlich auch jedes Klischee, jede Klischeefigur gegeben.

00:10:38: Den Schee fast nie gesehen, der war nie da.

00:10:40: Dann hat es die weibliche Schreibkraft gegeben,

00:10:43: die so ein bisschen pankig und pflapsig und grantig war.

00:10:47: Das war die L4Sche, die damals, glaube ich,

00:10:49: mit dem Schwabinicki noch nicht verheiratet war,

00:10:51: aber ich kann sie jetzt nicht so genau sagen.

00:10:53: Dann gab es den, wie haben die anderen geheißen,

00:10:56: Brockstedt und Thieme.

00:10:59: Und so irgendwie sind lauter Mitarbeiter und die waren.

00:11:02: Und ich würde sagen wirklich, also in jeder Workplace-Serie,

00:11:05: die wir bisher besprochen haben,

00:11:07: sind diese Typen drinnen.

00:11:09: Also da zurückgezogen der Komplexler, der Choläriker,

00:11:12: eben die redundante Sekretärin, lauter Stereotypen,

00:11:17: natürlich mit denen man heute wahrscheinlich gewisse Probleme hätte.

00:11:20: Aber Büro Büro war legendär und superlosig.

00:11:23: Und bitte, wenn irgendjemand gelegen hat,

00:11:26: man kann das auf YouTube, kann man es sehen.

00:11:28: Es ist super, superlosig.

00:11:30: Apropos Sekretärin, da fällt mir doch auch noch

00:11:32: eine österreichische Kult-Serie am Arbeitsplatz ein.

00:11:35: MA2412.

00:11:37: Hast du das geschaut, Annika?

00:11:39: Nicht wirklich, muss ich zugeben.

00:11:41: Das war, glaube ich, nicht zu meiner Zeit.

00:11:43: Ja, meine Zeit war es schon, aber ich habe es auch nicht geschaut.

00:11:45: Weil ich es nicht mochte, ehrlich gesagt.

00:11:47: Ich habe so eine Hassliebe auch zu dieser Serie,

00:11:50: weil ich das schon in dieser tierische Darstellung von Amp

00:11:54: dann irgendwie da ganz gut finde.

00:11:56: Und auch die überzeichneten Charaktere

00:11:58: und die Titel "Geilheit der Österreicher",

00:12:01: dass man den Ingenieur Breitwurst so nennt.

00:12:03: Ja, das stimmt wohl.

00:12:05: Das kann man im Nachhinein schon irgendwo nachvollziehen.

00:12:08: Mir war es zu viel holzhammer.

00:12:11: Ja, so tief war das nicht, ja.

00:12:14: Kann man so sagen, ja.

00:12:17: Aber nicht immer wird der Trott des Arbeitsalltags

00:12:19: humoristisch dargestellt.

00:12:21: Es gibt auch ernste Workplace-Geschichten.

00:12:24: Aktuell ist das Beispiel Severance.

00:12:26: Annika, was gibt es dazu zu sagen?

00:12:28: Ich habe ja mit Spannung auf die zweite Staffel gewartet,

00:12:31: die hat ja auch ein bisschen auf sich warten lassen.

00:12:33: Also, wir waren ja drei Jahre zwischen der ersten und der zweiten Staffel jetzt.

00:12:36: Das Thema ist eben auch Arbeitsplatz, aber ganz anders.

00:12:40: Es ist einfach so, dass der Arbeitsplatz da

00:12:42: fast schon ein Horrorfilm-Setting angenommen hat.

00:12:45: Also, es ist ein sehr unbehagliches, sehr düsteres Setting,

00:12:48: was da ausgestrahlt wird.

00:12:50: Und der Arbeitsplatz ist eigentlich ein Ort,

00:12:52: wo man gar nicht mehr so richtig weiß, was dort passiert oder die Figuren.

00:12:55: Also, man wird es so langsam herangeführt.

00:12:57: Also, man weiß dann irgendwie so wenig,

00:12:59: wie die Personen selber, die da vor Ort sind,

00:13:01: was da wahrscheinlich nochmal mit rein spielt.

00:13:03: Ist das der Arbeitsplatz?

00:13:05: Also, dass da nochmal die Produktivität davon ausgeht,

00:13:07: dass die Leute gar nicht wissen, was sie machen.

00:13:09: Und das ist was, was man irgendwie im Arbeitskontext,

00:13:11: vielleicht manchmal auch das Gefühl hat,

00:13:13: bei Bürojobs, die sind so abstrakt.

00:13:15: Also, man hat jetzt nicht am Ende ein Produkt,

00:13:17: das da irgendwie dabei rausschaut,

00:13:19: sondern man arbeitet irgendwie auf so einem Bildschirm.

00:13:21: Es ist irgendwie wenig menschliche Interaktion manchmal da,

00:13:24: wenn irgendwie alle so abgekapselt in ihrer Bürozelle sitzen.

00:13:27: Es hat auch ein bisschen so einen Retrowipe,

00:13:30: was die elektronischen Geräte angeht.

00:13:32: Also, man hat so das Gefühl, das ist irgendwie einerseits

00:13:34: irgendwie was sehr modernes und gleichzeitig auch irgendwie

00:13:36: ein sehr altes Bild von dieser Büroarbeit.

00:13:38: Und es wird irgendwie sehr, ja, also so, man weiß gar nicht,

00:13:41: worum es geht und das löst ja ein Unbehagen aus.

00:13:44: Und was aber da nochmal auf die Spitze getrieben wurde,

00:13:46: ist ja diese Gedanke von der Trennung zwischen Arbeit und Privatleben.

00:13:49: Also, das kann man, glaube ich, schon sagen, ohne zu spoilern.

00:13:52: Die Teilnehmern, nur die Arbeiten,

00:13:54: haben sich ja so eine Operation unterzogen,

00:13:56: dass ihr Gedächtnis geteilt ist.

00:13:58: Das heißt, sie können sich in der Arbeit nicht an ihr Privatleben erinnern

00:14:01: und dann aber außerhalb der Arbeit, also in der Freizeit,

00:14:03: einfach nicht an das Berufliche.

00:14:05: Jetzt könnte man denken, ah, das ist ja super entspannend.

00:14:07: Also, kannst du da wirklich vollkommen getrennt beides haben.

00:14:10: Und auf der anderen Seite ist das Fazit ja,

00:14:12: dass dann eine Person immer in der Arbeit ist, sozusagen.

00:14:14: Und das ist dann irgendwie der Horror, der daraus entsteht.

00:14:17: Aber ist die Serie auch deswegen so beunruhigend für uns,

00:14:21: weil wir selber in so einer Situation ist,

00:14:23: weil da wird ja eben diese Anonymität und diese Isolation und so wie du gesagt hast,

00:14:27: zum Schluss weiß ich überhaupt nicht mehr, was man eigentlich macht

00:14:30: und wo man produziert und wenn wir uns jetzt selber hernehmen.

00:14:33: Also, wir drei, die wir hier sitzen,

00:14:35: sagt ja, wir wissen, wir machen ein Medium, wir arbeiten damit.

00:14:39: Aber wissen wir was, was die KI, wissen wir, was die Datenauswertung,

00:14:43: wissen wir, was Google mit unseren Daten macht?

00:14:46: Wir wissen sie ja auch nicht letztendlich hin, oder?

00:14:48: Sind wir schon in Severance?

00:14:50: Also, im Vorrat von Severance?

00:14:52: Das ist natürlich eine sehr gute Frage.

00:14:54: Ich glaube, das ist ja auch das, was so anklanggefunden hat,

00:14:56: dass es so ein bisschen auf dieses ganze Corporate America auch anspielen,

00:14:59: also irgendwie diese ganzen großen Konzerne,

00:15:02: die irgendwie wollen, dass man endlos lange in der Arbeit bleibt.

00:15:05: Lange Zeit hat man versucht zu sagen, der Job ist jetzt ein Spielplatz und man

00:15:09: rutscht da ins Bürogebäude hinein und man soll da ganz viel Freude empfinden.

00:15:13: Gerade sagen ja viele Leute, sie wollen vielleicht genau das Gegenteil, diese

00:15:16: Trennung. Jetzt sieht man, dass die aber in so einer extremen Form auch wieder

00:15:20: problematisch, sage ich mal, sein kann und dass die Arbeit eigentlich in sehr

00:15:24: viele Bereiche eindringt mittlerweile.

00:15:26: Also das heißt, jetzt soll ich wieder heim gehen oder wie?

00:15:28: Also jetzt soll der Arbeitsplatz in der Realität, weil das war ja irgendwo mal

00:15:32: die Zeit, wo man sagt, dass Google und so weiter fort, die haben Arbeitsplätze

00:15:35: gemacht, wo du nicht mehr heimgehen wolltest oder das war doch so und

00:15:38: jetzt werden sie wieder ungemütlich die Workplaces.

00:15:41: Das könnte man natürlich jetzt einerseits so interpretieren, also dass es irgendwo

00:15:44: diesen Wunsch gibt von dieser Trennung, ich glaube in der Serie zeigt sich ja dann,

00:15:47: dass das auch nicht so richtig der Fall ist. Also man sieht ja dann, dass das

00:15:50: immer noch irgendwie miteinander verschmolzen ist und dass das dann gar

00:15:53: nicht so richtig funktioniert, wie man sich das vielleicht vorstellt.

00:15:56: Ja, was man da natürlich gut sieht, ist, dass aber die Produktivität, die man

00:15:59: bringen soll, eigentlich immer noch gefordert ist. Also ob man jetzt mit

00:16:02: Spaß ins Büro rutscht oder ob man irgendwie sagt, man hat das ein

00:16:05: bisschen aufgetrennt, im Endeffekt zeigt sich halt ganz gut, dass die

00:16:09: Produktivität das ist, was immer noch im Vordergrund steht. Das heißt, es wird

00:16:13: irgendwie immer noch der Mensch zum Teil entmenschlich dann in der Serie fast

00:16:17: schon, dass man sieht, dass man eigentlich trotzdem liefern soll, produzieren soll,

00:16:21: also dass diese Effizienz irgendwie ableistet und das ist ja das, was da ist,

00:16:25: auch wenn der Arbeitsplatz, also ob der jetzt super toll bunt ist oder ob er

00:16:29: irgendwie sehr kark gehalten ist, am Ende des Tages zählt halt das Ergebnis in

00:16:33: diesem Setting. Severines hat sehr viele Fragen in uns ausgelöst, weswegen wir

00:16:39: eine eigene Folge gemacht haben, nämlich mit dem großartigen

00:16:42: Filmwissenschafterei Kuloki, der uns vieles erklärt hat aus dieser Serie.

00:16:47: Ja, da war er wirklich in einem Rabbit Hole drinnen und hat auch die Namen der

00:16:51: Protagonisten interpretiert. Also große Empfehlung, liebe Hörerinnen und

00:16:54: Hörer, checkt aus, was wir da mit ihm besprochen haben. Ja und zum Thema

00:16:58: Produktivität fällt mir doch ein, die Serie aus dem Jahr 2023, der Consultant

00:17:04: in der Christoph Wald einen mysteriösen Berater spielt, der die Leitung einer

00:17:08: Mobile Games Firma übernimmt und dort Angst und Schrecken verbreitet. Im echten

00:17:12: Leben gibt es ja das Klischee, dass da auch die Consultants Unternehmerberater

00:17:16: ein bisschen zumindest Unsicherheit in der Belegschaft verbreiten. Man denkt

00:17:20: sofort an Personalabbau, inwiefern ist die Serie komplett überzeichnet oder

00:17:25: doch ein bisschen realistisch, Annika? Ich glaube es ist wahrscheinlich, wie du

00:17:28: sagst, beides. Also es ist eine sehr überspitzte Darstellung von einem

00:17:32: Szenario, dass er aber doch durchaus so in Unternehmen wahrscheinlich zu finden

00:17:36: ist. Also ich glaube immer, wenn die Zeiten nicht so gut sind und die

00:17:39: Unternehmensberatungen einkehren, dann hat man als Beschäftigte wahrscheinlich das

00:17:43: Gefühl, irgendwas läuft nicht so gut oder kommt irgendwie eine Umstrukturierung,

00:17:46: da kommt irgendwie was Neues auf das Unternehmen zu. Da ist es natürlich

00:17:49: eine sehr überspitzte Darstellung, wie in vielen Serien dieses Berater, der da

00:17:55: reingeht, der irgendwie eine sehr, auch irgendwie ein Unbehagen auslöst, eben so

00:17:59: in diese Horror-Thriller-Richtung geht. Ja, der ist ja fast zerdistisch und

00:18:04: macht das so seine bösartigen Spielchen mit den Mitarbeitern. Das ist aber

00:18:08: natürlich zum Teil auch ein bisschen aus der Realität schon auch genommen.

00:18:11: Also dieser, wo er ja reinkommt und sagt, ob jetzt gibt es kein Homeoffice mehr,

00:18:14: jeder der nicht bis zu einem gewissen Zeitpunkt da ist, kann gleich vor der

00:18:17: Tür stehen bleiben. Also sowas hat man schon ein bisschen auch gesehen im

00:18:20: Silicon Valley zum Teil, als da ja wieder umgestellt wurde. Also viele

00:18:24: Unternehmen, große Konzerne haben ja das Ende des Homeoffice ausgerufen, haben

00:18:28: gesagt, ihr kommt jetzt alle wieder rein. Also das ist gar nicht so weit ab von der

00:18:32: Realität wahrscheinlich. Wow, da möchte man nicht sein.

00:18:35: Der Konzert kann man glaube ich nicht unbedingt empfehlen.

00:18:39: Ja, ist ein bisschen das Ende enttäuscht, sagen wir mal so, finde ich.

00:18:44: Währenddessen hat es gelengen, um es mal so zu formulieren. Ein bisschen zu

00:18:48: verschlungen das Ganze. Eine absolute Empfehlung in Sachen ernsthafte

00:18:53: Workplace-Seren ist enlightend. Ich habe das auch eben diesen Podcast immer

00:18:58: wieder erwähnt, wann immer wir über Workplace-Seren sprechen, dann kommt man

00:19:02: um diese Serie nicht herum. Enleiten ist einfach großartig, das ist eine Serie von

00:19:07: Mike White, alle die der White Lotus gesehen haben oder sehen, wissen wer

00:19:12: das ist, der erfindet, der in der White Lotus keine Rolle spielt, aber entleitend

00:19:17: spielt er selber mit und da geht es um einen riesen Kosmetikkonzern, wo eine

00:19:23: Managerin quasi einen Zusammenbruch hat, einen Nervenzusammenbruch und sie macht

00:19:29: ein Yoga-Retreat oder sonstige Rückführung sozusagen um ihr seelisches

00:19:34: Gleichgewicht wieder zu finden und kehrt dann nach dieser Pause, nach diesem

00:19:39: Break zurück ins Unternehmen. Und wird natürlich nicht in der obersten Schiffetage

00:19:44: dort zurückkommen, sondern eben ganz ganz unten, also auch räumlich, ist sie dann

00:19:50: im Keller angesiedelt bei den absoluten Losern. Das sind dann eben diese

00:19:54: anonymisierten Büromitarbeiterinnen, die ich weiß nicht für IT oder sonst

00:20:00: immer zuständig sind und überhaupt kein Interesse daran haben, was oben

00:20:05: passiert und die Distanz ist riesig. Und wir sehen eben dann diese Schere, die

00:20:11: sich dann auftut. Also was passiert da unten, was passiert oben und den Schluss

00:20:16: verrate ich jetzt nicht, aber es ist großartig. Man kann nicht sagen, dass das

00:20:19: eine ernsthafte Workplace-Serie ist. Es ist einfach so ein treffsicherer Blick auf

00:20:25: die Arbeitswelt und der ist wirklich sehr böse und sehr bissig.

00:20:30: Die Hauptrolle spielt Laura Dörn, was auch noch einmal großartig ist. Sie macht es

00:20:35: hervorragend und hat einige Staffeln von HBO. Das heißt, man wird sie

00:20:40: streamen können, wenn man will. Und auch das ist ein Tipp für den Sommer. Wer da

00:20:45: reinschauen möchte, wird unbedingt glücklich werden.

00:20:49: Entleitend. Entleitend werden.

00:20:52: Also du hast jetzt gesagt, bissig und böse. Wenn wir jetzt noch mal zusammenfassen, dann gibt es die

00:20:58: Horrorvorstellungen über den Arbeitsplatz oder der Arbeitsplatz wird durch den

00:21:02: Kakao gezogen. Also eigentlich alles recht negativ. Lieber Annika, gibt es auch

00:21:05: dann irgendwelche positiven Serienbeispiele aus der Arbeitswelt?

00:21:10: Ja, ich habe gerade schon vorher gesagt, dass eben Abbott Elementary für mich so ein Beispiel ist,

00:21:14: was auch in diesem Stil gedreht ist, aber wo einfach...

00:21:16: Imocumentaries.

00:21:17: Genau, wo dann gezeigt wird, wie die Lehrkräfte aber versuchen, das Beste

00:21:21: aus ihrer Situation zu machen. Also sie sitzen ja in einem School District, das

00:21:25: irgendwie wenig Geld hat, wo die Ressourcen knapp sind und man sieht aber

00:21:28: dann, dass die Lehrkräfte alle trotzdem probieren, das Beste rauszuholen. Ich

00:21:32: meine, was da spannend ist, ist vielleicht auch ein bisschen der Generationenkonflikt,

00:21:35: der da rein spielt. Also wir begleiten eine junge Lehrerin, die gerade einen frischen

00:21:39: im Beruf einsteigt und wo dann vielleicht manchmal halt eingesessene

00:21:42: Kolleg*innen sagen, ja, wir haben das immer schon so gemacht und da sich ein

00:21:45: bisschen dagegen streuben. Und ich glaube, das ist auch ein Thema, was für viele

00:21:48: spannend ist beim Zuschauen. Es ist natürlich auch super, super witzig, die

00:21:52: Darstellung. Es passieren auch immer noch Ereignisse, die irgendwie ein bisschen

00:21:55: absurd sind, die einfach humoristisch dargestellt und überspitzt sind. Aber ich

00:22:00: glaube, das ist sicher ein Beispiel dafür, wo man sieht, dass die Arbeit sehr

00:22:02: sinnhaftig ist. Also am Ende des Tages gehen viele mit der Schulglocke nach

00:22:06: draußen und wissen, sie haben da irgendwie was geschafft. Also das ist sicher ein

00:22:10: positives Beispiel. Mir fällt in dem Zusammenhang auch der Y-Ein, wo es in

00:22:14: einer Staffel einen Handlungsstand gibt, wo es eben auch um einen Lehrer geht, der

00:22:18: in dieser Baltimore-Drogenszene sich bemüht, Schüler*innen eine sinnvolle

00:22:25: Bahn zu bringen und das eigentlich sehr, sehr berührend gemacht wird. Oder auch

00:22:30: glaube ich, in der fünften Staffel von der Wahl, da geht es um die Gemeinde und

00:22:34: das ist aber schon wieder negativ, also insofern. Aber Abbot Elementary ist ja auch

00:22:39: interessant, weil es zwar Lustig ist, ja aber auch ganz viele Diskussionen aufmacht,

00:22:42: nämlich über das Bildungssystem in den USA und auch Race-Fragen, weil das sind

00:22:47: hauptsächlich People of Color in dieser Schule und ist aber nicht mit dem

00:22:51: Zeigefinger irgendwie unterwegs, sondern eben recht lustig, so finde ich auch ein

00:22:54: gutes Beispiel. Stimmt ja, was mir dann noch eingefallen ist und eigentlich so,

00:22:58: also es ist jetzt nicht im Documentary-Style, aber auch als Workplace-Seat kommen, gab es

00:23:01: ja auch Anfang der 2000er gleich recht viel, so in Richtung Scrubs oder alles,

00:23:05: was so ein bisschen das Gesundheitssystem auch gezeigt hat. Also so, da gab es ja

00:23:09: recht viel Emergency, Room etc. I habe jetzt nicht alles verfolgt, aber das

00:23:15: ist glaube ich schon auch ein Ort, wo man gesehen hat, dass es eine

00:23:17: sehr sinnhafte Tätigkeit, wo Leute sich ein bisschen vielleicht auch aufopfern,

00:23:21: wo die Menschen im Mittelpunkt stehen und ich glaube, das haben eigentlich die

00:23:24: Serien alle gemeinsam, dass da eigentlich sehr klar erkenntlich ist, was der

00:23:28: Purpose, der irgendwie so oft in der Arbeitswelt zitiert wird, was der ist

00:23:31: und der steht da einfach, also das Unverkennen, was sozusagen im Gegensatz

00:23:35: zu der Büroarbeit, die irgendwie ein bisschen abstrakt ist und wo man dann

00:23:39: eben denkt, man sitzt vielleicht auch in so einem Bullshit-Job.

00:23:43: Das ist aber schon gemein eigentlich auch, dass die Büroleute eigentlich als die

00:23:47: jenigen verunglünft werden, die sinnlose Arbeit machen.

00:23:50: - Wir quasi. - Ja, ja, genau. Ich fühle mich persönlich angegriffen.

00:23:55: Gibt es eine Workplace-Serie, die in eurem Arbeitsalltag irgendwann eine

00:24:00: Bedeutung hatte oder euch in irgendeiner Situation geholfen hat? Ich mach das

00:24:04: jetzt so wie Don Draper beispielsweise in Mad Men, noch eine Serie, wer die noch

00:24:09: nicht gesehen hat und sich für Workplace-Serie interessiert muss, sie gesehen

00:24:13: haben. - Es geht um die Werbebranche in den 60er-Jahren in den USA.

00:24:16: - Genau, ja. Bei mir war das ja so, dass das Büro-Büro war, aber eher in die

00:24:21: Richtung, wo ich nicht landen möchte, aber doch gelandet bin.

00:24:25: - Bist du die Kulärekarin oder die Komplexlerin? - Ich glaube die Komplexlerin.

00:24:31: Und oder die Kulärekarin, weiß ich es nicht. - Beides. - Beides.

00:24:35: - Die Kulärische Komplexlerin. Oder die komplexhaft die Kulärekarin.

00:24:38: - Das kannst du zumindest gut verstecken. - Ja. - Hätte ich dich noch nicht zu erleben.

00:24:42: - Okay, also Don Draper, Mad Men. Michael, wie schaut's bei dir aus? Was ist die

00:24:46: Workplace-Serie, die in deinem Leben eine Bedeutung hatte oder hat?

00:24:50: - Weil du gerade Mad Men gesagt hast, muss ich sagen, für mich hat das schon

00:24:53: Eindruck hinterlassen. Es war irgendwie was, wo so eine Welt dargestellt wurde, in

00:24:57: der irgendwie ja der Kreativität freien Lauf gelassen wird, wo irgendwie viel

00:25:02: passiert. Und ich glaube für mich war das schon was, wo ich mir dachte, ich will

00:25:05: vielleicht auch in diesem Bereich irgendwie tätig sein. Ich meine, es war, als ich

00:25:09: studiert habe, gänne ich so ein großes Thema, dass alle irgendwie gesagt haben, sie

00:25:11: wollen was mit Medien machen. Und deswegen, das war schon der Spirit auch. Aber ich

00:25:15: glaube für mich war das schon auch was, wo ich mir dachte, ah, das schaut irgendwie

00:25:17: aus, wie was, was mich interessieren könnte. - Cool. Michael, welche Serie hat dich

00:25:23: inspiriert? Afterlife?

00:25:26: - Nein, aber zur Afterlife muss man schon auch was sagen. Also, der Afterlife war ja

00:25:34: also auch die Darstellung. Das wäre vielleicht auch mal eine eigene Folge. Die

00:25:39: Darstellung von Journalismus in Serien ist ja ein eigenes Kapitel. Und Afterlife

00:25:44: ist eben die Serie mit Ricky Gervay aus The Office, wie wir schon gesagt haben, wo

00:25:50: er einen Journalisten spielt in einem Lokalmagazin. Und dieses Lokalmagazin

00:25:56: ist total schräg. Also, es gibt kaum eine schrägere Redaktion und zeigt ein

00:26:01: bisschen den journalistischen Alltag in einer richtig kleinen, kleinen Faden,

00:26:06: Kleinstadt, wo eigentlich nichts passiert, außer eben halt Nebensächlichkeiten, an

00:26:11: denen Ricky Gervay, der ja eben um seine Frau trauert, gerade in seinem Zynismus

00:26:16: verzweifelt, sozusagen. Sehr, sehr lustig. Noch ein Tipp. Afterlife.

00:26:20: - Na ja, zum Thema Journalismus kann man vielleicht noch anmerken, aber das hat

00:26:23: mich jetzt nicht geprägt. Aber die Darstellung von Journalismus in

00:26:27: Sex in the City, Carrie Bradshaw ist... - Ja, das stimmt. - Ein bisschen Achtung, so ist

00:26:33: nicht die Realität. Er hat eine kleine Kolumne in einer Lokalzeitung und kann

00:26:37: davon in New York leben und diesen Lifestyle führen. - Ja. - I wish. - Ja, genau. Davon

00:26:43: träumen wir. Aber gut, jetzt eine andere Frage noch. Wer ist eure Serienmitarbeiterin,

00:26:50: euer Serienmitarbeiter des Monats? Wir kühlen ihn jetzt, oder sie? - Ja, ich mach den Start.

00:26:55: Ich nehm Janine Teeks aus Albert Elementary. Ich hab schon gesagt, das ist diese

00:26:59: junge Lehrerin, die Hauptfigur, die da reinkommt, die so einen Spirit mitbringt,

00:27:03: irgendwie alles umkämpeln möchte. Und die hat sich den Titel meiner Meinung nach

00:27:07: sehr, sehr verdient. Also sie versucht wirklich, das Beste aus den Ressourcen zu

00:27:10: machen. - Meine ist Bubble aus "Absolutely Fabulous". Das ist die Assistentin

00:27:16: der Hauptdarstellerin, Edina Monsun. Die leitet eine PR-Agentur und hat eben

00:27:21: diese Assistentin Bubble, die eher wie eine Performance-Künstlerin wirkt und

00:27:25: nichts versteht, nichts tut, nur Blödsinn macht den ganzen Tag. Und Edina sagt zu

00:27:31: ihr mal "You make doing nothing into an Artform". Und das finde ich irgendwie ein

00:27:35: schönes Zitat und vielleicht ein kleiner Reminder, dass man nicht alles so ernst

00:27:38: nehmen darf. Und wenn man manchmal genervt ist vom Job, muss man sich denken, ach.

00:27:42: - Ich mache jetzt meine Bubble. - Genau. - Ich gehe jetzt in meine Bubble. - Du hättest mal gar nix.

00:27:46: - Genau, ja, sehr gut. Ich habe meinen Vorbild oder meine Serienmitarbeiter des

00:27:50: Monats, um nicht zu sagen, der Jahrzehnte ist Peggy Olsen. Und Peggy Olsen war ein

00:27:54: Madman, eine Lichtgestalt für mich. Und das ist bis heute irgendwo ein bisschen

00:27:59: geblieben, die eben irgendwo begonnen hat als kleines irgendwas und hat sich aber

00:28:04: dann wirklich also ehrenhaft eigentlich auch nach oben gearbeitet. Und daran

00:28:09: glaube ich ja irgendwie, dass das möglich ist. Ich weiß schon bei Büro-Büro, ich

00:28:14: bin die naive eigentlich. Die naive, kolärische Komplexe. Also das fand ich eine

00:28:22: wirklich schöne und gut gezeichnete Figur, die mir wahnsinnig gut gefallen hat.

00:28:26: Was mir auch noch mal sehr gut gefallen hat war, ich komme zurück zu "After Life".

00:28:31: Da gab es "Dyne Morgen". "Dyne Morgen", nächster Serien-Tipp, ist "Kank on Earth", wer

00:28:36: wirklich lachen will, ist "Kank on Earth" auf Netflix. Eine großartige Serie und

00:28:41: "Dyne Morgen" spielt darin, die ich weiß nicht, ist sie Saleschefin oder Anzeigen,

00:28:46: beauftragte oder sonst irgendwas. Wahnsinnig nervig und aufdringlich mischt sich

00:28:52: überall ein, hat überall inkompetente Kommentare abzugeben und die ist sehr

00:28:58: lustig und sehr anstrengend. Und ich glaube, sie könnte sich mit Peggy Olsen als

00:29:05: Gegenpart der Serien-Mitarbeiterin des Monats matchen. Wir berichten, wie es

00:29:11: ausgeht. Ja, okay, dann haben wir es erledigt. Dann haben wir sie geschafft.

00:29:18: Feierabend. Machen wir jetzt genau, Michael. Vielen Dank, liebe Annika.

00:29:22: Ja, danke für die Einladung. Das war es schon wieder mit der neuen Folge von

00:29:26: Serien Reif. Wenn euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, dieser Podcast gefallen

00:29:31: hat, wovon wir ausgehen, freuen wir uns über eine knackige Fünf-Sterne-Bewertung,

00:29:35: damit ihr keine Folge verpasst, abonniert uns, wo auch immer ihr eure Podcasts

00:29:40: hört. Wir danken Florentina Ebner an den Regeln und euch fürs Zuhören. Bis zum

00:29:46: nächsten Mal und frohes Schauen. Bye, bye. Ciao.